Au Rèvoir mon Frère

Heute war es soweit. Zeit zum Abschied nehmen, von meinem “Bruder” Georg.

Ein Jahr Tür an Tür, Seite an Seite – das prägt.

Zusammen erlebten wir viele schöne Tage, aber wir standen auch einige Bittere durch.
Ich hätte mir keinen besseren Mitzivi erdenken können, als ihn. Der Abschied fiel mir sehr schwer, denn Georg war für mich mehr als nur mein Arbeitskollege.

Mir fehlen die Worte – daher ein paar Impressionen:

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Frère Georg und ich

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Georgs letzte “Traite”

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wir in Nizza

Blitzbesuch von Felix und Dany

Am vergangenen Freitag erhielt ich einen Anruf aus Mannheim, von Felix. Er wollte wissen, wie lange ich noch in Frankreich wäre. Als ich ihm antwortete, dass ich am darauf folgenden Freitag zuhause sein werde reagierte er äußerst spontan und setzte sich zusammen mit seiner Freundin Daniela ins Auto. Nach 590 km kamen die Beiden nachts um 2.30 Uhr im Klostergemäuer an und weckten mich per Telefon. Daraufhin ging ich direkt zum Parkplatz um sie zu begrüßen und ins Zimmer einzuweisen.

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Besuch aus Stühlingen von Dany und Felix

Um 5 Uhr wurde ich erneut geweckt – vom Wecker. Auf zum letzten Arbeitswochenende, gemeinsam mit Georg. Nachdem die Kühe gemolken und die Kälber gefüttert waren frühstückte ich mit den Besuchern, welche uns daraufhin halfen die Kälber zu impfen, den Stall der Kälber und die Boxen der Stiere neu mit Stroh einzustreuen.

Abends besuchten wir Lyon. Für Georg und mich war es das vorerst letzte Mal in unserer geliebten Stadt mit Halbinsel, der Basilika, dem “kleinen Eiffel-Turm”, der Oper, dem “Ayers Rock”, … wir kennen die zweitgrößte Stadt Frankreichs mittlerweile besser als jede andere Großstadt in Deutschland.

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Lyon beim Lichterfest im Dezember

Die Nacht von Samstag auf Sonntag brachte uns Arbeitern dann zwei Stunden Schlaf und vor der Mittagsmesse um 11.30 Uhr machten sich Felix und Dany auch schon wieder auf den Heimweg. Ein kurzer aber sehr netter und für die Beiden sicher auch eindrucksreicher Besuch. Bin stolz auf Felix, dass er es noch schaffte. :) Unglaublich, wer nun alles bei mir vorbeischaute. Mit sovielen Besuchern hätte ich vor einem Jahr nicht gerechnet.

Unser “Haudegen” Réne feierte am Sonntag seinen 84. Geburtstag. Réne ist ein absolutes Original – sein starker Bresse-Akzent, sein Hörvermögen und seine Leidenschaft fürs Holz prägen ihn. Sollte er mal nicht mehr sein, dann wird im Hause etwas fehlen. Der gelernte Holzfäller ruht sich – wenn er sonntags nicht gerade melken muss – nur an diesem Tage aus. Ansonsten ist er in den Wäldern rund um die Abtei aufzufinden. Sein Antrieb und sein unglaubliches Wissen beeindrucken mich täglich aufs Neue.

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Réne mit seinem Geburtstagskuchen

Nach dem Abendessen machten wir einen Umtrunk, anlässlich Rénes Geburtstag und Georgs Ausstand. Dafür offerierte uns Georg seine eisernen Bier- und Süßigkeitenreserven.

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Evelyne – Réne – Ladislas – Père Gérard

Encore des Visiteurs

Es geht nun rasant dem Ende in Frankreich zu. Davor hatte ich aber nochmal kräftig Besucher.
Einen Tag nachdem Manuel in die Heimat ging kamen schon meine Eltern für etwas mehr als eine Woche zu mir zu Besuch. Mit ihnen waren noch “Annerös und Heinz”, gute Freunde aus dem Berner Oberland. Zusammen fuhren sie viel “Velo” und erkundeten die Gegend.

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Bei einer Weinprobe in Burgund (ich – Mama – Annerös – Heinz)

Ich begleitete die vier nach Cluny, sowie nach Taizé, wo wir am Samstagabend bei der Lichterandacht waren. In Taizé war richtig viel los. Etwa 4500 Jugendliche füllten die Kirche, was sehr beeindruckend war.

Vergangenen Donnerstag bekamen Georg und ich erneut Besuch im Kloster.
Georgs ältere Schwester kam in Lyon am Flughafen an, für eine Woche. Meine “Gotti” Ursula mit ihrer Freundin Gerda kamen am Donnerstagabend und blieben bis Dienstag.

Mehrmals gingen wir alle zusammen zum Essen. Es war immer sehr amüsant, sich zwischen Badenzern, Schwaben und Bayern auszutauschen. Zum Essen kamen unter Anderem Highlights wie Frösche und Schnecken aus unserer Region auf den Teller. Selbst Georg als Schweinshaxen-Fetischist schlug kräftig zu. Ich wurde durch die Weinprobe mit meinen Eltern und das tägliche “degustieren” mit meiner Tante etwas feinschmeckender in Sachen Traubensaft.  :)

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Ein kleiner Teil des riesigen Klosters Cluny

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Georg mit seinem “Schwesterl”

Nun sind es nur noch wenige Tage bis zu meiner Abreise und mein letztes Arbeitswochenende steht mir nun bevor, …

Faire les Dons

Unsere Gemeinschaft lebt fast ausschließlich von Spenden, in finanzieller als auch materieller Hinsicht. So kommt beispielsweise unser Essen größtenteils von einem großen frz Supermarkt. Wie ich bereits im Blog erwähnte musste auch ich schon mehr oder weniger regelmäßig den Transporter beim besagten Markt beladen.

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Manu und der “Spenden”-Transporter in Hautecombe

Als Manuel bei mir war, hatten wir einen solchen Tag, den ich euch im Folgenden nun mal kurz schildern werde.

8.45 Uhr Abfahrt in Dombes
9.20 Uhr Ankunft in Pothierès (Gemeinschaft-Haus im Beaujolais)

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“Les Pothierès” (ehem. Wein-Gutshaus)

10.00 Uhr Abfahrt nach Lyon mit Jan (Gemeinschafts-Bruder)
10.25 Ankunft hinter Supermarkt & Einladen des Transporters

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Manu mit ein paar Paletten Gemüse

Wir bekommen sämtliche Waren, welche an oder selten über dem Haltbarkeitsdatum sind. So vor allem Lebensmittel wie Obst und Gemüse, aber auch Ware mit beschädigter Packung, Auslaufmodelle, Rückgabeware, etc. Unter den “Dons” (Spenden) sind hin und wieder auch Elektrogeräte wie DVD-Player, Kühlschränke, Mikrowellen, Fernseher; Kleidung wie Lederjacken, Stiefel, Hemden; Anderes wie Schränke, Pflanzen, Kinderwägen, Hundefutter, … alles was wir nicht mitnehmen können kommt in die (Müll-) Presse.

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Bruder Jan mit Meerestier kurz vor dessen “Abgang”

Die Gemeinschaft lädt jeden Wochentag einen Transporter in Paris oder Lyon der entweder zu uns oder in ein anderes Haus geht, welcher jeweils etwa einen “Warenwert” von 2500-3500,- EUR hat.

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Etwa 200 warme Baguettes, die etwas zu lange im Ofen waren

Es ist beeindruckend, welche Massen an Resten sich bei einem solchen Supermarkt ansammeln. (Dieser Markt in Lyon ist einer der größten dieser Kette in Europa und hat zB 70 Kassen und mehr als 4500 Autoparkplätze)
Anfangs fiel es mir nicht leicht, die Waren die wir nicht wollten, bzw. mitnehmen konnten zur Müllpresse zu schieben. Mülltonnenweise Brote, Gebäck, Gemüse oder gar noch lebendige Meerestiere mit Einzelpreisen um die 40-70 EUR.

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vollbeladener Transporter vor dem Ausladen

12.20 Uhr nachdem der Transporter nun vollgeladen ist fahren wir zu der 2 Std entfernten “Abbaye Royale d’Hautecombe”, einem Gemeinschaftshaus von dem ich an Ostern berichtete
Während der Transporter ausgeladen wurde machen dort eine Audio-Kirchen-Besichtigung und tranken einen Kaffee im Restaurant.
18.15 Uhr Rückgabe des Transporters in Pothierès
19 Uhr Ankunft in Dombes

Ein langer Arbeitstag, aber sehr beeindruckend für Manu, denn er lernte an einem Tag gleich zwei neue Gemeinschaftshäuser kennen.

Le Tour de France

Welch ein Glück, gerade wo ich in Frankreich bin kommt die 94. Tour de France fast an unseren Klostermauern vorbei, …

Am Freitag den 13.07. hatte ich mir meinen freien Tag genommen und ging mit meinem Bruder Manuel zur Ankunft der 6. Etappe nach Bourg-en-Bresse. Wir trafen uns dort mit Réne. Er ist ein Bekannter aus dem Kloster und wohnt direkt in der Stadt.

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Ehrenloge für die Tour de France

Réne sagte, dass er sich die Ankunft von einem Balkon aus ansehen würde und er uns aber trotzdem zum Ort des Geschehens führen würde. Glücklicherweise hatte die Bekannte (85-jährige Omi) noch Platz für uns auf ihrem Balkon. Es war absolut der beste Platz, den man bekommen konnte!
2. Etage, direkt an der Straße, 30 m hinter der Ziellinie und Blick auf die Siegertribühne! Mit uns auf dem Balkon war noch ein Pressephotograph, dessen Leibchen ich mir gleich mal auslieh, …

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Siegertribühne mit gelbem Trikot-Träger Tom Boonen (Belgien)

Auch zum Start der 7. Etappe von Bourg nach Le Bournand waren wir wieder dabei. Diesmal begleiteten uns noch Iveta, Georg und Manuel, der Zivi aus Lyon.
Da der Start von einem anderen Ort ausging, konnten wir leider nicht mehr den Balkon nutzen und begnügten uns mit einem Platz in der Innenstadt. Nach langer Wartezeit sausten die 180 Fahrer wie Bienchen in Windeseile an uns vorbei.
Uns fiel auf, dass es insgesamt mehr Autos als Fahrräder auf der Strecke gab. Unglaublich, was da alles unterwegs war!

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Start der 7. Tour de France Etappe in Bourg en Bresse

Frère Manuel zwei Wochen im Kloster

Seit meiner Rückkehr aus Paris war mein Bruder bis vergangenen Sonntag für zwei Wochen bei uns im Kloster. Er half bei der täglichen Arbeit, aß mit uns und verbrachte auch die Freizeit mit mir und Georg.

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Manu im Garten

Am Anfang tat er sich etwas schwer, doch es gefiel ihm immer besser. Vielleicht lag es mit auch am Wetter, denn nachdem es in der ersten Woche fast ausschließlich regnete hatten wir herrlichen Sonnenschein in der zweiten Woche.

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Georg & Manu beim Bayrischen Frühstück

Gleich zu Beginn seines Aufenthaltes gab es ein echtes bayrisches Frühstück, wie es sich unser Oberbayer Schorsch wünschte. Weißwurst, Brezn, Huber Weißbier und original Händlmaier Senf.

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Beim Grillen mit Anne und Ula

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ich mit dem Paddelboot auf unserem Teich

In unserer Region “La Dombes” (auch die Region der 1000 Teiche genannt) gibt es massig solche Teiche wie diesen auf dem Bild. Letztes Jahr stand auf diesem Boden noch unser Mais, für nächsten vier Jahr werden die Fische hier hausen.
Von den 4,5 Tonnen Fisch, welche wir im März aus unserem anderen Teich holten (wo jetzt Mais wächst) kamen 1,5 To in dieses Gewässer. An dem Teich relaxen wir gerne mal an unserem freien Tag, paddeln herum mit der Nussschale oder grillen Abends. Tief ist er übrigens nicht, denn am Rand sieht man noch die Mais-Stoppeln herausragen.

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“Pique-Nique” am Freitagabend

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Feuerwerk über Lyon zur “Fête Nationale”

Am Samstag vor Manu’s Abreise war in Frankreich der Nationalfeiertag. Dort gibt es traditionsgemäß immer große Feuerwerke. Wir schauten uns das mit abertausenden Leuten in Lyon an. Ausserdem hatten wir die einzigartige Gelegenheit in Lyon gleich zu übernachten, bei unserem Mitzivi Manuel aus Bayern.

 

 

Two Nights in Paris

Was wäre ein Jahr in Frankreich ohne die Stadt der Liebe – PARIS.

Obwohl ich über Silvester bereits schon dort war, musste ich nochmals hin, denn die Stadt an sich fehlte mir ja noch. Spontan entschied ich mich über mein freies Wochenende (29.06.-01.07.) in Frankreichs Hauptstadt zu verbringen. Da ich etwas spät dran war bekam ich mein Bahnticket nur zum vollen Preis, abzüglich 30% Jugend-Rabatt (unter 25 Jahre) – was aber immer noch 62,20 EUR für einen Weg ausmachte. So entschied ich mich dazu nur ein Rückfahrt-Ticket zu kaufen.

“En Stop“ wollte ich an meinem freien Freitag ins 450 km entfernte nach Paris kommen. Motiviert durch Anne auf Belle-Île und unseren Probezivi Max (der von der Abtei bis nach Reutlingen trampte) verließ ich die Abtei gegen 7.45 Uhr morgens. Ich nahm mir vor mit dem Zug hinzufahren, wenn ich mich gegen Mittag noch nicht auf dem Weg dorthin befände.

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7.45 Uhr in unserer Kloster-Allee, Rtg. Paris

Bis zur nächsten Kreuzung (Route Nationale) lief ich 3 km. Dort stand ich keine Minute, schon fand ich mich in einem in Richtung Lyon fahrenden frz. Kleinwagen wieder. Der aus Algerien stammende Fahrer war ein LKW-Fahrer, welcher gerade sein Fahrzeug wechseln musste. Offiziell durfte er mich im Firmenwagen nicht mitnehmen – ich machte ihm aber einen sympathischen Eindruck.

An einer Autobahnauffahrt, welche auch nach Paris führt, setzte dieser mich nach 20 Minuten wieder ab. Die Strecke dort war sehr stark befahren – doch leider nicht in meine gewünschte Richtung. Alle Fahrzeuge fuhren Richtung Lyon und nur etwa eines von 40 gegen Paris. Als ich nach 25 Minuten gerade in Gedanken damit beschäftigt war eine andere Auffahrt auszuwählen hupte es plötzlich. Ein silberner Peugeot 307 hielt an. Der Fahrer fragte mich, ob ich nach Paris wolle. Ich bejahte und schon waren wir unterwegs. Auch er hatte einen Firmenwagen. Mir fiel auf, dass bei dem Vorgänger und bei ihm nur die zwei vorderen Sitze drin waren. In Frankreich hat das scheinbar steuerliche Gründe. 4-5 Sitzer seien doppelt so teuer für die Unternehmung, als ein zweisitziges Auto, …. kurios.

Der 35-jährige Franzose hieß Marcel und arbeitete für eine deutsche Firma als Techniker in Frankreich. Aufgrund seiner speziellen Ausbildung fährt er für seine Firma wöchentlich von Paris in den Süden und zurück. Es war sehr interessant mit ihm zu sprechen. Meine Hoteladresse gab er ins GPS ein und setzte mich um 13.45 Uhr direkt davor ab. Einwandfrei. Er akzeptierte sogar nicht einmal, dass ich ihn auf einen Kaffee an einer Autobahnraststätte einlud – das machte er.

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Der Eiffelturm am Samstagabend

In Paris sah ich dann das Übliche und besuchte noch einen coolen “Canadian-Guy” aus Toronto, welchen ich an Ostern in Hautecombe kennengelernt hatte.
Zurück ging es am Sonntagabend mit dem TGV nach Lyon (2 Std). Dort nahm ich dann einen Regionalzug und war um 21.15 Uhr am Bahnhof in unserem Nachbarort, wo bei strömendem Regen schon mein Empfangskomitee wartete.

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Georg und mein Bruder Manuel

Mein Bruder Manuel kam am Sonntagabend hier in Frankreich an. Nachdem er am Freitag seinen Zivildienst bei der Caritas beendet hatte, weilt er nun für zwei Wochen bei mir und hilft uns bei der Arbeit mit. Mein Auto brachte er mir unversehrt zurück, denn ich hatte es ja zuhause gelassen, als ich nach Belle Île ging. Weitere Berichte von und mit Manu folgen in den nächsten Tagen.

Une semaine à “Belle Île en mer”

Vom 11. bis 18. Juni verbrachte ich eine wunderbare Ferienwoche auf “Belle Île en mer”. Um euch kurz zu erklären, wo sich diese (für die Meisten) unbekannte Insel befindet habe ich euch eine kleine Skizze beigefügt.

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Reise von Rassbach nach Belle Île

Belle Ile (8400 ha) liegt im Atlantik und ist die größte Insel der Bretagne, mit 17 km Länge und 5-9 km km Breite. Die Insel ist sehr dünn besiedelt und beherbergt etwa 5000 Einwohner.
Das Inselinnere ist geprägt von Heideland, Äckern und Getreidefeldern. Die Insel ist vor allem eine landschaftliche Attraktion, denn im Norden und Nordosten findet man geschützte Badebuchten, im Süden und Nordwesten steil abfallende Küsten mit Felsnadeln, Grotten und Aussichtspunkten.

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Über meinen abenteuerreichen Insel-Aufenthalt könnte ich ein halbes Buch schreiben, habe aber versucht den Bericht so kurz wie möglich zu halten.
Ich wohnte während dieser Woche bei Anne und Bertrand. Ein französisches Ehepaar, welches ich in unserem Kloster kennengelernt habe. In den Monaten Januar/Februar waren sie bei uns im Hause zum Mithelfen.

Montag – Anreise
Mein Reisetag begann am Montagmorgen um 4.00 Uhr mit dem Weckerklingeln. Um 5.15 Uhr traf ich mich in Tiengen mit Zara, welche sich freundlicherweise bereitstellte mich zum Flughafen Basel-Mulhouse zu chauffieren.
Einwandfrei dort angekommen ging dann mein Air France-Inlandsflug mit 10 min Verspätung um 8.40 Uhr nach Paris. Nach einer Stunde Flugzeit erhielt ich gegen 10 Uhr mein Gepäck und wartete daraufhin draussen auf einen Bus, welcher mich zum Bahnhof Montparnasse bringen sollte. Dort hatte ich um 12.30 Uhr ein Rendez-Vouz mit Anne.
Eigentlich sollte alle 15 min ein Bus ankommen – nach 40 min kam dann auch einer. Als ich einsteigen wollte, wurde ich aber verwiesen, da der Fahrer plötzlich nur noch Leute wollte, die schon ein Ticket hatten. Ok-Ich hab ja noch Zeit. Nach 10 min kam der nächste Bus.

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Grêve des conducteurs du bus

Dessen Fahrer machte alle Wartenden darauf aufmerksam, dass es wohl nen Busfahrer-Streik gäbe. Vive la France! So stellte ich mich dann in die 150 m lange Menschenschlange um auf ein Taxi zu warten. Nach 25 min konnte ich einsteigen und war gerade pünktlich um 11.27 Uhr am Bahnhof.
Nachdem ich Anne ziemlich schnell fand ging unser TGV um 12 Uhr nach Nantes. Von dort aus mit einem anderen Zug nach Aurey. Nun fehlten uns noch etwa 15 km zum Hafen in Quiberon. Da der Bus dorthin aber direkt abfuhr, bevor wir ankamen – machte es Anne nicht kompliziert und fragte bei einem abfahrenden Auto uns mitzunehmen. Bis zu einem Kreisverkehr Richtung Hafenstadt nahm uns dieses mit und keine Minute später hielt das nächste Auto für uns an – direkt bis an den Hafen.

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mit Anne vor der Fähre in Quiberon

Um 17.15 Uhr legte unsere Fähre ab in Richtung Belle Île, wo wir um 18 Uhr in den Hafen der (Haupt-) Stadt Le Palais (”der Palast”) einliefen. Auch dort fragte Anne gleich ein die Fähre verlassendes Auto uns zu ihr nach Hause zu bringen – 10 min später waren wir endlich da!

Bertrand war sehr erfreut mich zu sehen und zeigte mir als erstes mit seinem “Prärieauto” (Peugeot 205) gleich das 23 ha große Areal rund um sein Haus. Er raste durch meterhohes Gras – wo sogar mir etwas Angst wurde, dass da evtl. Steine oder Tiere zwischendrin sind.
Zum Abendessen gab es dann gleich (wie auf einer Insel üblich) Meerestiere, welche ….

Dienstag – La Pêche
… ich am Dienstag mit Bertrands Vater Mickey (80) auch fangen ging. Zum Fischen nahmen wir Mickeys Boot, welches im Hafen von Le Palais liegt. Begleitet wurden wir von Mickeys Freund Henry. Henry wohnt in einem Fort an einer Steilküste, das unter Napoleon III erbaut wurde.

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Mickey und Henry

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unser Fang am Dienstag

Später zeigten mir Anne und Bertrand noch verschiedene Sandstrände – wirklich traumhaft!

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Bertrand und Anne

Mittwoch – Taxi Jaune
Gleich am nächsten Tag konnte ich Mickey und Henry wieder zum Fischen begleiten. Unsere Ausbeute war etwas geringer als am Vortag aber trotzdem ganz nett. Ich musste mit Hilfe des Navigationssystems das Boot zu den einzelnen Punkten steuern, wo Mickey die Fangkisten für die Meerestiere ins Wasser gelassen hatte.
Als wir ablegen wollten war aufgrund der Gezeiten noch Niedrigwasser. Nie hätte ich gedacht, dass wir bereits nach 20 min Warten schon wieder los könnten, aber das Wasser steigt tatsächlich sehr schnell. (Zum Bild: Der schwimmende Steg ist normalerweise etwa 1m unter der Straßenkante)

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Mickeys Boot (vorne rechts) bei Niedrigwasser

Abends musste ich mit Bertrand seine knapp 20 Schafe ins Trockene holen, damit sie über Nacht nicht nass wurden. Am Donnerstagmorgen sollten sie nämlich geschoren werden. Mit seinem Prärieauto raste Bertrand wie ein Hirtenhund den Schafen hinterher um sie in Richtung Unterkunft zu bewegen. Bis auf Eines kamen alle auf eigenem Fuße dort an. Das Schaf, welches nicht wollte holten wir mit dem gelben Taxi.

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Schaf-Taxi

Donnerstag – La tond des moutons
Heute stand Schafe scheren auf dem Programm. Pünktlich um 11 Uhr kam der “Tondeur des Moutons” um Bertrands Schäfchen zu scheren. Ein Bauer aus der Nachbarschaft half uns noch dabei. Meine Arbeit war die Schafe hinzusetzen (Hinterbeine wegziehen) damit sie beim Scherer bleiben. Sie waren dann auch wirklich geduldig.

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Ein Schaf beim Friseur

Bevor der Scherer kam begannen wir bereits Bertrands Segelboot flott zu machen. Nachmittags fuhren wir dann mit dem Jeep zur Hafenmeisterei in Le Palais um es per Kran ins Wasser zu lassen.

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Das Segelboot wird gewässert

Nachdem wir endlich den Mast aufgebaut hatten konnten wir dann in Richtung unserer Anlege-Boje in einer Bucht segeln. Anne holte uns dort mit einem Motor-Schlauchboot ab. Es war eine todesmutige Aktion, denn sie musste vom Strand bis zu uns fahren, ohne je einmal einen solchen Motor betätigt zu haben, …

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Anne auf dem Motorboot ohne zu wissen, wie man es anhält

Freitag – La painture et les moules

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Tagsüber haben wir diverse Sachen am Haus gestrichen, Abends wurde ich dann nach Sauzon zum Essen eingeladen. Das ist ein kleiner, aber sehr bekannter Fischerort auf der Insel. Wie so üblich isst man dort etwas aus dem Meer. Ich entschied mich für Miesmuscheln als Vorspeise und Seezunge (”sole”) zum Hauptgang. Die Seezunge (hatten wir am Dienstag auch gefangen) war super, die Riesenportion Miesmuscheln war überraschenderweise auch sehr gut. Meine waren zum Glück gekocht und à la maison (mit Tomaten) gemacht. Bertrand aß Muscheln die kalt waren, nach Salzwasser schmeckten und beim Beträufeln mit Zitrone noch zusammenzuckten! Ich probierte immerhin Eine.

Samstag – La Barque
Am Samstag richteten wir die Barke her, welche wir nachmittags mit dem Jeep direkt am Strand ins Wasser liessen.

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Beim Wässern der Nussschale

Anschliessend gingen wir nochmal auf Tour mit dem Segelboot. Das Wetter war optimal dazu.

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Abends feierte ich mit 14 Medizinstudenten aus Rennes im Haus von Anne und Bertrand. Sie hatten einen Teil ihres Hauses kurzfristig an die Gruppe vermietet, welche übers Wochenende ihre überstandenen Examen feierten. Alle Männer (10) hatten sich als Frauen verkleidet und die Frauen noch etwas weiblicher als sonst.

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“La Soirée des Puts”

Sonntag – La Citadelle
Am Sonntag besuchte ich mit Bertrand “La Citadelle”, eine enorme, sternförmige Festungsanlage in Le Palais. War wirklich beeindruckend. Sehr interessant war auch das zufällige Gespräch mit dem Geschäftsführer einer Hotelkette, welche gerade dabei ist diese Festung mit exklusiven Hotelzimmern zu bestücken.

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Blick auf einen Teil des Hafens von Palais

Von der Zitadelle hat man einen Rundum-Blick in den Hafen. Dort sahen wir Mickey rausfahren (unterhalb des Leuchtturms) mit seinen Kumpels zum Fischen. Als wir unseren Rundgang beendet hatten trafen wir die “Jungs” per Zufall am Hafen und sagten nicht Nein zu einem kleinen Bierchen.

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Montag – Le départ
Ruckzuck war die Woche vorbei und mein Wecker klingelte um fünf Uhr. Um 6.30 Uhr ging die Fähre zurück auf den Kontinent (Das Festland nenne man auf Belle Ile “Le Continent”) . Der Abschied von Anne und Bertrand fiel mir nicht leicht (genausowenig wie Ihnen), denn die Woche war wirklich super!

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Sonnenaufgang um 06.33 Uhr

Meine Reise ging mit einiger Wartezeit dann über Rennes und Lyon zurück zum Kloster. In Lyon traf ich Probezivi Max aus Stuttgart am Bahnsteig, welcher mit dem selben Zug in unseren Nachbarort zu uns wollte. Um 19 Uhr war ich pünktlich zum Abendessen wieder hinter heiligen Mauern. Und am nächsten Morgen um 5.30 Uhr bei den Kühen.

Zur Abwechslung was von der Arbeit

Weil auf meiner Seite beinahe der Eindruck entstehen könnte, dass ich hier kaum was arbeite, habe ich euch heute ein paar Eindrücke von der Arbeit der vergangenen Tage.
Zur Zeit ist Vinzenz bei uns. Mein Vorgänger-Zivi (und Zimmer-Vorbewohner) ist eine Woche auf “Urlaub” bei uns und hilft kräftig auf der Farm mit. Er ist wirklich sympathisch, liegt wahrscheinlich an seiner lockeren oberbayrischen Art. :)

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beim Melken mit Frére Ladislas und meinem Freund Louis

Dieses Wochenende war Arbeit angesagt. Seit Dominik weg ist, ist die Farm-Belegschaft ziemlich knapp. Daher muss ich heute zum Melken und zum Kälber füttern. Normalerweise ist diese Arbeit aufgeteilt.

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Kalb “Cistercienne” mit Reg-No. 7712 – 2 Tage alt, 49 kg

Beim Kälberversorgen heute Morgen wunderte ich mich, dass die Nr. 22 gestern so wenig trank (Speicherabfrage im Tränkeautomat). Wenig später stellte ich fest, dass das Milchkalb (5 Monate alt) wohl seinem Schicksal zuvor gekommen war. Zusammen mit den anderen Milchkälbern wäre es morgen früh vom LKW in Richtung Jura-Gebirge zum Schlachthof abgeholt worden, … Mit Hilfe von Ladislas und dem Teleskoplader konnte der Kadaver dann aus dem Kälberstall beseitigt werden.

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Variante I
Weidepfähle setzen mit dem Teleskoplader

Seit mehreren Wochen sind wir damit beschäftigt unsere Weidezäune zu erneuern, bzw. sogar neue Weiden anzulegen. Dazu werden ca. 1,80 m lange Pfähle in den Boden gehauen. Oben läuft ein Stacheldraht entlang und darunter – mit einer Zangenlänge Abstand (darauf besteht unser Farmchef “Il faut que ca soit propre!” -”Es muss sauber sein!”) – läuft ein Elektrodraht. Hauptsächlich setzen wir die Pfähle mit der “Hau den Lukas”-Maschine (Anbaugerät an den Traktor mit überdimensionalem Hammer) oder wir pressen die Pfähle direkt mit dem Teleskoplader in den Boden.

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Variante II
“Hau den Lukas” – Benoit und Farmchef Olivier in Action

Für drei Wochen war Benoit bei uns, ein französischer Weltenbummler. Die Arbeit mit ihm hat wirklich Spaß gemacht. Er sieht alles ziemlich locker. Er ist 39 und arbeitet in der Regel drei-vier Monate im Jahr. Wenn er Geld verdienen geht, dann als Koch scheinbar in England. Dort verdient er bei 100 Wochenarbeitsstunden ausreichend für die Exkursionen des restlichen Jahres. Nun ist er nach Irland gegangen um dort zu arbeiten. Danach überführt er mit Freunden während sieben Monaten einen LKW mit Hilfsgütern nach Afrika.

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Silo-Vorbereitung

Letztens war bei auch wieder Ensilage (Silieren) angesagt. Dazu habe ich die Silos vorbereitet. Plastikfolien wurden an den Seitenwänden angebracht, damit keine Luft an die Silage kommt, welche Fäulnis auslösen kann.

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Silo-Vorbereitung in der Höhe

Weil zu Pfingsten viele Besucher da waren musste auch der Melk-Saal so sauber wie nur möglich sein. Ich hatte die ehrenvolle Aufgabe alles mit dem Kärcher (”avec le <gärsché>”) zu reinigen.

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Melksaal abdampfen

Bis zu meinem nächsten Bericht wird es nun ein bisschen mehr als zwei Wochen dauern, deshalb habe ich euch heute ein paar mehr Bilder als sonst veröffentlicht.

Pfingst-Besuch von Pippo!

Endlich hat er es geschafft! Mein Vorgänger-Zivi Philipp aus Griessen war zu Besuch hier. Durch Philipp kam ich zu meiner jetzigen Zivildienststelle. Gemeinsam besuchte ich mit ihm das Wirtschaftsgmnasium Waldshut bis 2004. Während ich mich meiner Bankausbildung widmete ging er bereits nach Frankreich zum Zivildienst. Im August 2005 stattete ich ihm einen viertägigen Besuch ab und entschied mich daraufhin kurzerhand für einen Auslandsdienst.

Bei Kamil- Restaurant Le Cappadoce
im Dönerladen bei Kamil
Benoit-Simplice-ich-Pippo-Georg-Evelyne

Pippo (so wird er hier genannt) spielte in unserem Nachbarort Villars-les-Dombes Fussball. Daher kennt er den halben Ort und man trifft mit ihm dort einen Bekannten nach dem Anderen.
In Villars gibt es im Grunde zwei Bars. Zum einen die “Bar du Camp” (Campingbar) von Gérard und die Dönerbude “Le Cappadoce” von Kamil, welcher ebenfalls kickte.
Philipp kam fast auf direktem Wege von einer Exkursion in Amsterdam hierher. Wir trafen uns bei Gérard und verbrachten dort zusammen mit Benoit (unserem Weltenbummler, von dem ihr im nächsten Bericht mehr erfahrt) und Georg einige fröhliche Stunden.

Am Sonntag traf ich mit Philipp sämtliche Freunde auf dem Fussballplatz. Danach waren wir zusammen mit Toni in einer Discothek in Lyon. Auch im Kloster war Sonntag Einiges los. Die Gemeinschaft hatte zu “Pentecôte” (=Pfingsten) ein großes Treffen mit rund 800 Personen. Philipp und ich waren bei der hl. Messe, die in unserem Geräte-Hangar stattfand, mit ca. 700 Personen!
Am Montag waren wir in einem der größten europäischen Einkaufszentren “Centre Part-Dieu, Lyon” erfolgreich shoppen. Der Abschlussabend (von Pippo & Benoit) wurde bei türkischem Bier mit Simplice, Georg und Evelyne gefeiert. Im nächsten Jahr werde ich dann zusammen mit Philipp hier nach Dombes kommen um zu sehen, was sich alles so getan hat.

1, 2, 3, … da waren’s nur noch Zwei !

So schnell kann es gehen – am Wochenende waren wir noch drei Zivis hier in der Abtei des Dombes, jetzt sind wir nur noch zu zweit.
Zwei Monate vor offiziellem Vertragsende und einen Monat vorher, als vom Bundesamt für den Zivildienst in Köln gefordert, wurde Dominik am Montag vom Chef gekündigt. Er bekam die Auflage sein Zimmer innerhalb von 48 Stunden zu räumen und woanders unterzukommen, nachdem er es sich bei der Arbeit am Wochenende mit unserem Farm-Chef endgültig verscherzte.

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Dominik mit Sack und Pack im Aufzug

Für den Moment ist Dominik bei einem unserer ehemaligen Farm-Praktikanten in Lyon untergekommen. Demnächst kann er dann bei seiner französischen Freundin Valentine in Lyon wohnen. Nun ist er auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle zum Schreiner in Frankreich. Auf diese Ausbildung möchte er dann später sein Studium in Deutschland aufbauen, mit dem Ziel Innenarchitekt zu werden.

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Dominik heute morgen um 7.00 Uhr

Der vorzeitige Abschied von Dominik fällt Georg und mir nicht leicht, denn nach zehn Monaten Tür an Tür hat sich ein sehr gutes freundschaftliches -nahezu brüderschaftliches Verhältnis unter uns aufgebaut.

Auf den Spuren von Le Corbusier

Le Corbusier (1885-1965) war ein großer französisch-schweizer Architekt, welcher die Moderne Architektur prägte. Vor allem in Frankreich verwirklichte er Einiges. Gesehen hat ihn schon jeder – auf dem gelben 10,- SFR-Schein.

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der TGV-Bahnhof am Flughafen Saint Exupéry Lyon
hier mit Lili, Albert und Inge

Am vergangenen Freitag bekam ich Besuch von meinem Surianergötti Kurt R e c k e r m a n n mit seiner Familie und seinem Freund Albert S e i p p in Begleitung seiner Frau Inge. Zusammen waren sie auf Besichtigungs-Tour mehrerer Objekte Corbusiers. Obwohl mein Kloster nicht zu dessen Werken gehört, schauten sie auch bei mir vorbei, nachdem sie mich ganz in meiner Nähe in ein kleines aber feines Restaurant zum Essen eingeladen hatten.

Gemeinsam machten wir einen Rundgang durch und um unser Haus und die Farm. Anschliessend besichtigten wir den modernen TGV-Bahnhof von Lyon, von welchem ich bis dahin nicht einmal gehört hatte. Architekt dieses Bahnhofs ist der spanisch-schweizerische Santiago Calatrava Valls. Abends gab es für die Mädels einen Rundgang durch Lyon “by night”. Reiseführer waren der Oberbayer Georg, Manuel – der Lyon-Zivi aus Franken, Dominik aus Brandenburg und meine Wenigkeit.

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Zara, Dominik, Manuel, ich, Georg und Lili im Ayers Rock, Lyon

Am Samstag begleitete ich die Besucher zum Hauptziel ihrer Reise : zum Dominikanerkloster “LA TOURETTE” nordwestlich von Lyon – designed by “Le Corbusier” in den 50er Jahren. Wenn man von einem Kloster spricht denkt man immer gleich an etwas Historisches, bzw. Konservatives.

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Das Kloster “La Tourette”

La Tourette sollte und soll zeigen, dass der christliche Glaube auch mit moderner Architektur vereinbar ist. Um dieses Gebäude zu lieben bedarf es einen bestimmten Geschmacks, aber man findet auch schöne und praktische Seiten an diesem Kloster. Alles in allem war es ein sehr angenehmes Wochenende für mich, bei dem ich soviel lachen konnte wie schon lange nicht mehr – denn wir waren echt eine lustige Truppe.

La Côte d’Azur

Endlich Urlaub! Nach langen Diskussionen mit unserer „Führungsebene“ gelang es uns einen Termin für den Zivi-Urlaub zu finden.

Am Freitag vor einer Woche war es dann soweit, ab an die Côte d’Azur. Mein Polo wurde vollbepackt mit Grill, Zelt, Gepäck, Essen, Getränken, Dominik, Georg und mir. Um alles gut unterzubringen mussten wir noch den größeren Teil der Rücksitzbank ausbauen, sodass hinten nur noch ein Sitzplatz zur Verfügung stand.

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Schorsch, ich & Dominik im Urlaub!

Unsere erste Anlaufstelle war das „Centre Mediterranée“, die Jugendherberge des Fürstentums Monaco. Auf das Haus wurden wir aufmerksam, da dort drei Jugendliche ebenfalls ihren Zivildienst ableisten.
Nach 7,5 Stunden Fahrt (wir sparten uns die Autobahn und genossen die Gegend der Provence und die Küste auf National-/Landstraßen) und 490 km kamen wir endlich an.

Die Zivis empfingen uns herzlich mit einem gekühlten Fässchen Desperados. Sie haben dort ganz andere Aufgaben als unsereins. Im Grunde sind sie so was wie die Animateure eines Hotels. Sie begleiten Jugendgruppen auf Ausflügen, machen Abends mit den Gruppen Disco, Animation und andere schöne Dinge. Weder Küche noch Gartenarbeit gehören zu deren Aufgaben.

Am Samstag besichtigten wir Monaco, bei teilweise regnerischem Wetter. Wir sahen uns den Palast an, den Hafen mit den luxuriösen Booten, das Casino und natürlich die dicken Autos der Monegassen. Die Vorbereitungen auf das bevorstehende Formel 1-Rennen sind in vollem Gange. Die Sitzplatz-Tribünen standen schon, genauso wie die Werbetafeln und Reifenstapel.

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mit dem Polo auf der Rennstrecke

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die bekannte Spitzkehre

Wir liessen es uns nicht nehmen am Platz vor dem Casino ein Getränk einzunehmen. Die Preise sind selbstverständlich auch de Luxe. Cappuccino 5,50 EUR, ein kleines Bier 6,70 EUR !
Abends kam dann bereits einer unserer Reise-Höhepunkte. Wir gingen ins Casino. Es war sehr interessant zu sehen wie Manche ihre 500 EUR-Scheine im Minutentakt am Roulette-Tisch rausschmissen.

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das Casino Monte-Carlo

Am Sonntag besichtigten wir Nizza. Dorthin kamen wir mit dem Bus (super System – Pauschalticket für 1,30 EUR!) Nachdem wir uns die Altstadt und den Hafen zu Gemüte geführt hatten verweilten wir den Nachmittag am Strand bei herrlichem Sonnenschein. Den Sonntagabend schlossen wir gemütlich mit den Zivis und deutschem Bier ab.

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hoch über den Dächern von Nizza

Am Montagmorgen zogen wir weiter nach Antibes (zw. Nizza und Cannes) auf einen Campingplatz, auf dem wir unser Zelt aufschlugen. Nachdem wir am Nachmittag das Wichtigste in Antibes angesehen hatten, liessen wir diesen ebenso am Strand ausklingen.

Sehr interessant war der Hafen, denn dort stehen die ganz großen Boote der Monegassen, welche zuviel Tiefgang haben für den in Monaco, ….

Am Dienstag stand Cannes auf dem Programm. Dort war man schon sehr beschäftigt damit, die Filmfestspiele für diese Woche vorzubereiten. Der „Film-Palast“ war schon großflächig abgesperrt und von Security-Männern übersät.

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in Cannes, im Hintergrund eine Bühne der Filmfestspiele

Ab Mittwoch verlagerten wir unsere Zelt-Herberge dann in das bekannte St. Tropez. Wir fanden einen Campingplatz direkt am Meer, wo man nachts im Zelt die Wellen hören konnte.

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der Hafen von St. Tropez bei Nacht

Tagsüber genossen wir den Privatstrand am Campingplatz und Abends das Nachtleben von St. Tropez. Für uns war dieser Ort der Inbegriff für heisse Partynächte.

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… ein Taxi in St. Tropez

Leider hatten wir uns getäuscht, denn St. Tropez ist wirklich sehr klein. Der Hafen und noble Boutiquen prägen den Ort. Nachdem wir im Touristenbüro erfahren mussten, dass es insgesamt nur vier Discotheken gibt, freuten wir uns auf die eine, welche scheinbar am Donnerstagabend offen hat. Als wir Abends dort ankamen war dem schlussendlich nicht so. Gut – dachten wir – dann gehen wir eben in ne Pianobar. Dies war ein weiterer Höhepunkt unserer Reise. Wir waren um 23.30 Uhr so ziemlich die ersten in der Bar, welche einen sehr schicken Eindruck auf uns machte. Bei der Durchsicht der Getränkekarte fiel uns allerdings der Kinnladen runter. Das billigste Getränk war ein Heineken-Bier (0,25 L) für schlappe 15,- EUR. Dies veranlasste uns das Lokal fluchtartig zu verlassen.
Wir genossen danach unser Kronenburg-Bier am Meeresufer aus dem 40er Pack (à 0,25l) für 11,- EUR (die Packung!).

Nachdem wir am Freitag bis 15 Uhr uns unsere letzten Mittelmeer-Sonnenstrahlen einfingen, hieß es zurück nach Dombes. Von der Sonne verwöhnt und mit leerem Geldbeutel back to the reality, wo Georg und ich uns um 5.30 Uhr am Samstagmorgen im Kuhstall wiederfanden.

April in Dombes

Nun sind seit Ostern schon wieder einige Tage ins Lande gestrichen, aber ich habe meine fleissigen Blog-Leser natürlich nicht vergessen.

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unser Border-Collie Rais und ich

Dieses Jahr haben wir zwei Praktikanten für längere Zeit auf der Farm. Jean-Christoph war bereits für 3 Wochen hier und Anne ist nun bald die vierte Woche hier. Beide helfen uns im Sommer noch einmal für 4-5 Wochen. Mit JC – der eine Agrar-Ingenieur-Schule in Lyon besucht – haben Dominik und ich auch schon einen sehr netten Abend verbracht. Zu unserem Vorteil konnten wir dann in seinem Appartement im Zentrum Lyons übernachten.

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JC, Rais und Georg

Vergangenes Wochenende war ich von Donnerstag Abend bis einschließlich Montag zuhause. Mit auf dem Programm standen das Oldtimer-Traktorentreffen in Tiengen und die Surianer-Hauptversammlung. Dafür brauchte ich nicht einmal einen Urlaubstag, denn ich nahm mir für Freitag und Montag jeweils meinen freien Tag der Woche und Samstag und Sonntag waren letzte Woche sowieso frei.

Lange Zeit habe ich darauf gewartet Französischunterricht zu bekommen, aber seit Ende Feburuar ist es soweit. Blöderweise fallen die Stunden oft aus. (Bsp.: Mai 2x Feiertag am Dienstag, am 01. und 08.) Meine Stunde habe ich zusammen mit Georg, denn für uns sind jeweils nur 30 min vorgesehen. Unser Lehrer ist ein sehr netter, pensionierter Lehrer mit einem in Frankreich sehr „seltenen“ französischen Vornamen.

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Französischstunde im Garten mit Jacques

Seit Dienstagmorgen 5.30 Uhr bin ich wieder auf der Farm, einschließlich dem anstehenden Wochenende. Abgesehen von der täglich anfallenden Arbeit (Kühe melken und Kälber machen) haben wir diese Woche Weidezäune gesetzt und zwei Silos für die Silage hergerichtet.

Ostern in Savoyen

Wie ich in meinem letzten Bericht schon erwähnte habe ich mein Osterwochenende in der Landschaft von Savoyen verbracht. Savoyen ist die höchstgelegenste Landschaft Europas und besteht hauptsächlich aus den Savoyer Alpen zu welchen auch der Mont Blanc gehört
.

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Am Lac de Bourget

Bei dem Jugendtreffen, welches von unserer Gemeinschaft organisiert wurden waren 450 Jugendliche. Ein beachtlicher Teil kam auch aus Deutschland (~50 Personen). Georg und ich trafen dort noch sechs weitere Zivis, so wie zwei Ehemalige. Mit Ihnen und zwei witzigen Kanadiern aus Toronto hatten wir einige fröhliche Stunden.

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Blick vom Königs-Balkon Richtung Aix-les-Bains

Am Samstagabend war Ostermesse mit etwa 700 Personen. Um 21 Uhr war die Messe, davor wurde im Kreuzgang des ehemaligen Königs-Klosters ein Osterfeuer entfacht. An alle Messebesucher wurden Kerzen ausgeteilt und man lief dann singend mit Kerzen in die Kirche ein. War wirklich beeindruckend. Ich durfte dabei die längste katholische Messe meiner Kirchenkarriere miterleben – 2,5 Std. Das ganze Spektakel wurde zudem live im Radio übertragen, auf RCF (Radio Cretienne de la France) mit etwa 400.000 Zuhörern.

Die Heilige Woche

Die Woche vor Ostern heißt hier “Semaine Saint” (=hl. Woche) und daher ist der ganze Tagesablauf etwas anders für die Gemeinschaft. Beispielsweise ist morgens um 8.30 Uhr schon heilige Messe.

Für mich ist allerdings arbeitsmäßig nichts anders. Ich arbeite nun schon den dritten Tag dieser Woche in der Küche und bin gottfroh, wenn ich morgen früh um 5.30 Uhr wieder raus kann – auf die Farm. Das ist mir wirklich lieber als den ganzen Tag Kartoffeln schälen, Endivien schneiden, Salate richten, Erdbeeren und Radieschen sortieren oder Blumenkohl schnibbeln.

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(zum Vergrössern aufs Bild klicken)

Gestern war ich die meiste Zeit damit beschäftigt die Kirche zu putzen. Zuerst alle Bänke mit einem Spezialmittel behandeln und nachmittags Staubwischen/Spinnweben entfernen in schwindelerregender Höhe.

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Heute kamen unsere Milchkühe (zur Zeit 72) zum ersten Mal wieder auf die Weide. Sie waren überglücklich und sprangen dabei wild über die Wiesen.Ostern werde ich von Samstag bis Montag mit Georg in Hautecombe bei einem Jugendwochenende der Gemeinschaft verbringen. (Das ist die Königs-Abtei, über welche ich schonmal berichtet hatte.) Es werden 350-400 Jugendliche im Alter von 18-30 erwartet. Ich bin gespannt darauf, …

Des Visiteurs et Les Grenouilles

Letzte Woche zum Frühlingsanfang gab es – wie auch zuhause – einen kleineren Wintereinbruch. Zum ersten Mal sah ich hier in auf unserem Gelände Schnee liegen, der sich allerdings nur wenige Stunden hielt.
Es war ziemlich unangenehm bei geringen Temperaturen, Schnee, Regen und starkem Wind die Apfelplantagen zu beschneiden.

Am Freitag hatte ich meinen freien Tag, an welchem ich Besuch aus der Heimat erhielt. Meine Mama kam mit meiner Gotti (für Norddeutsche Patentante) und ihrer Freundin Ella fürs Wochenende zu Besuch.
Am Freitagabend gingen wir essen in Bourg-en-Bresse, wo das bekannte “Poulet Bressane” (Bresse-Hähnchen) herstammt. Am Samstag durfte ich die drei Damen durch Lyon führen und zum Shopping begleiten.
Zum Abschluss des Samstages aß ich zum ersten Mal Grenouilles in Frankreich!
Richtig, Grenouille = Frosch. Gehört ja quasi dazu, wenn man sich für längere Zeit hier aufhält. Genauso wie Schnecken sind Froschschenkel quasi ohne viel Eigengeschmack – die richtige Knoblauchsoße macht’s.


Georg und ich mit “Probezivi” Johannes

Heute morgen verabschiedeten wir uns nach einer Woche von Johannes. Er hatte seine „Probe-Zivi-Woche“, welche ihm sehr viel Spaß machte. Eventuell wird er seinen Dienst schon antreten, wenn ich noch da bin.
Gerade habe ich meine “Farmwoche” und bis einschließlich Sonntag werde ich nun morgens um halb 6 zum Kühe melken gehen.

Au revoir Julia + Salon d’Auto à Genève

Am Freitag verabschiedeten wir uns nach drei Wochen von Julia, welche bei uns zum Sprachurlaub war. Mit ihr ging es sehr lebhaft zu, wodurch wir stets etwas zu Lachen hatten.


Mit Julia am Hauptbahnhof in Genf

Julia arbeitete sogar mit uns auf der Farm, denn sie liebte das Kühe melken?!
Am Freitagmorgen fuhren Georg und ich mit ihr nach Genf.
Wir trennten uns am Hauptbahnhof, wo sie aufbrach nach Berlin und wir zum Messegelände, wo zur Zeit noch der Automobilsalon stattfindet.


Binde -Manu – Röbsi – Nägi

Dort trafen wir uns mit meinem Bruder Manuel und meinen Freunden Binde und Robert. Zusammen schauten wir uns dann die Neuheiten der Automobilbranche an.

Anschliessend an die Messe fuhren Georg und ich mit meinen Gästen zu uns nach Frankreich. Nach der 1,5 stündigen Fahrt trafen wir im Nichts ein, weshalb es uns gleich weiterzog ins pulsierende Nachtleben von Lyon.


Das stille Örtchen der Mönche

Bevor meine Gäste dann am Samstag nach dem gemeinsamen Mittagessen im Hause abreisten, machten wir noch eine sehr kurze Farm-Tour. Dabei fanden wir die schon lange Zeit nicht mehr genutzten „Mönchs-Toiletten“ auf. Zudem stellte ich Ihnen bereits die neue Funsportart “Kuh-Surfing” vor, welche ich auch euch (der Öffentlichkeit) demnächst präsentieren werde. Der Besuch war sehr kurz, aber geprägt von unvergesslichen und lustigen Vorkommnissen. :)

“bosser au chantier”

Mein freies Wochenende, welches ich zuhause verbringen konnte ist leider schon wieder rum.
Nun lautet das Motto für diese Woche: “Auf der Baustelle schuften”.
Am Mittwoch kommt nämlich der Beton-LKW (ja, wir müssen ausnahmsweise keinen Beton von Hand anmischen). Davor muss natürlich alles vorbereitet werden und so arbeitete ich heute beispielsweise den ganzen Morgen mit dem Abbruchhammer.

 


Schweisstreibende Arbeit

Den Betonboden beim großen Kuhstall kaputtmachen und ausheben, damit ein dort eine neuer Absatz für die Fütterung entstehen kann. War sehr schweißtreibend – aber es hat Spaß gemacht.

Ende der Woche kommen meine ersten Besucher für dieses Jahr – darauf und auf den Genfer Automobilsalon freue ich mich.

Fisch zur Halbzeit

Halbzeit. Sechs kurzweilige Monate liegen hinter mir, genauso viele liegen auch noch vor mir. Bis Ende August. Ich freue mich auf die wärmeren Monate, um die knappe Freizeit wenigstens in vollen Zügen genießen zu können.


Ja – Schorsch hat den Fisch! :)

Leider ist auch schon die 5. Jahreszeit vergangen. Fasnacht verging wie im Fluge. Glücklicherweise durfte ich zuhause sein und die schöne Zeit zusammen mit meinen Freunden in Tiengen und der Umgebung ausgiebig feiern.
Zurückgekommen bin ich mit Fasnachtsnachwehen – denn ich habe mir die Grippe aus Deutschland mitgebracht. Diese zwang mich dazu, auf die Wochenendarbeit zu verzichten und erst heute wieder zu arbeiten.

Heute stand gleich etwas ganz Besonderes an: FISCHFANG.
Unser Kloster ist in der „Gegend der 1000 Teiche“ situiert. Direkt hinter den Klostermauern haben auch wir einen großen Teich. Diesem wurde nun in den letzten Tagen das Wasser abgelassen, sodass man die Fische einfangen konnte. Hauptsächlich gibt es in dem Unseren Karpfen, in anderen Teichen der Umgebung werden beispielsweise auch die delikaten Frösche gezüchtet. Ergebnis dieser Aktion mit 15 Helfern heute morgen: 3 Tonnen Fisch!


Fishermen’s Friends

Am kommenden Wochenende steht wieder ein Arbeitswochenende an, welches ich mit Georg verbringen darf. Wenn ich Glück habe gibt’s nächste Woche meinen ersten Besuch aus Deutschland für 2007 und März.

Aus 4 macht 3

Seit ich wieder zurück bin von Davos sind wir nur noch 3 Zivildienstleistende im Hause. Dominik, Georg und ich. Daniel, welcher seinen Dienst Anfang Februar vergangenen Jahres begonnen hatte, hat es geschafft! Er hat seine 365 Tage im französischen Kloster heil überstanden und befindet sich nun noch auf Reisen in der Bretagne, bevor er wieder nach Berlin zurückkehrt und dann im Harz sein Studium beginnen wird.


Dominik und Daniel @work

 


Daniel beim letzten “Bauernfrühstück”

Auf der Farm hat man stets einen Partner zum Arbeiten. Einer muss zum Melken, der Andere ist für die Kälber verantwortlich. Bisher war Daniel beim Farmpartner, zukünftig wird dies Erwin … äh Evelyne aus Belgien sein.


meine neue Partnerin – Evelyne aus Belgien

Für die nächsten Monate sieht es bei uns “in Puncto Arbeiter” ziemlich mau aus. Es gibt noch weitere Abgänge, allerdings wurde mir heute gesagt, dass für April/Mai ein Praktikant sowie eine Praktkantin für die Farm in Aussicht sind. Ab Ende März kommen wieder Kälber zur Welt, im Juli werden es beispielsweise voraussichtlich 22 sein.

Auch ich habe schon bald “Halbzeit” – vorher werde ich aber am Mittwoch erst noch eine Woche nach Hause gehen, um mir die geliebte schwäbisch-allemannische Fasnacht nicht bei den Froschfressern verpassen zu müssen.

Soweit der aktuelle Stand der Dinge – Narri Narro – “hoorig”!

World Economic Forum 2007

Von ziemlich weit unten nach ganz, ganz oben innerhalb einer Woche. Das ist möglich:

In der letzten Januarwoche nutze ich die Gelegenheit als Chaffeur beim Weltwirtschaftsforum in Davos tätig zu sein. Größer könnte der Unterschied wohl nicht sein. Vom einkommenslosen Bauernhof-Helfer zu den Mächtigsten aus Wirtschaft und Politik zu kommen. Ich war einer von 180 Fahrern für Europcar-Chauffeur-Drive und ich fuhr einen Dauergast aus der IT-Branche.

In Davos waren wirklich große Namen wie Bill Gates, Michael Dell, Tony Blair, Angela Merkel, usw. am Start. Insgesamt waren es 24 Staats- und Regierungschefs, 85 Minister und etwa 900 Direktoren oder Präsidenten der Weltwirtschaft. Aus nächster Nähe sah ich selbst Helmut Kohl, Gerhard Schröder und Claudia Schiffer (sie repräsentierte Deutschland – als “Land der Ideen”).


Meine “Limousine” für Davos

Die Woche verging wie im Flug, und mittlerweile hat mich auch mein Arbeitsalltag wieder eingeholt über welchen ich in den nächsten Tagen berichten werde.

 

Neues vom Bauernhof

Nachdem wir wieder zurück von Paris sind haben wir uns schnell wieder in den Alltag eingelebt.
Zu meiner großen Freude durfte ich gleich in der ersten Woche mit René in den Wald. René ist 83 Jahre alt, aber noch total agil. Er ist zu lustig und ich finde bei ihm große Parelellen zu meinem Opa, der genauso alt und ebenso wald-angefressen ist. René hat Bäume gefällt und ich habe das Sterholz schließlich aufgestapelt.
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Im neuen Jahr gibt es allerdings einige Neuerungen auf der Farm.
- kurz vor Weihnachten gab’s den zweiten DAL (autom. Tränkeautomat) für die Kälber
- Seit Jahresbeginn haben wir einen neuen “Chargeur” (Teleskoplader) im Einsatz
- ein neuer Helfer “Mickael” von der Insel Reunion greift uns kräftig unter die Arme
- der “elektrische Hund” wurde heute fertig installiert

 

Um auch ein anderes Mal noch etwas berichten zu können, werde ich mich heute auf den Chargeur und den DAL konzentrieren.

 

Wie ich bereits einmal erklärt hatte ist der DAL (Distribution Automatique du Lait) ein computergesteuertes Gerät zur Kälberfütterung. Es kommt – Achtung festhalten – aus Engen im Schwarzwald, von der Firma Förster Technik. Der neue DAL ist nun für die kleinen Kälber. Etwa eine Woche nach Geburt werden diese nun maschinell versorgt, und für uns fällt die ganze Arbeit weg wie zum Bsp morgens und abends Milch und Medikamente anrühren, den Kälbern Eimersaufen beibringen, …

Die “DAL’s”

Das Tolle an der Maschine ist, dass sie genau weiß wieviel Milch welches Kalb pro Tag trinken darf und die Temperatur immer stimmt. Die Kälber müssen die Milch nämlich etwa bei 40°C trinken, ist die Temperatur zu niedrig gibt’s Durchfall, ist sie zu hoch, so vergeht ihnen der Appetit. Auf dem Bild ist auch schon der 3. DAL zu sehen, welcher in den Raum installiert wird, den ich gerade noch vorbereite. Preislich liegen wir bei jedem der Geräte etwa bei einem guten Kleinwagen.

 

Der Chargeur ist mein Lieblings-Arbeitsgerät auf der Farm. Im Grunde bin ich zur Zeit der Einzige von uns Zivis, welcher dieses Gerät freiwillig fährt.
Der “Alte” hatte nach 6 Jahren und mehr als 7000 Arbeitsstunden ziemlich ausgedient.

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Der “Neue” ist mit seiner blauen Farbe noch sehr gewöhnungsbedürftig, denn den gelben hat man irgendwie schneller gesehen, wenn der Chef damit ankam. Was vielleicht auch damit zusammenhängt, dass der Neue viel, viel weniger Krach macht. Eine stärkere Hydraulik hat er auch noch. Das Ganze zum Preis eines oberen Mittelklassewagens.

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So, wie sich der Teleskoplader dem Fotoapparat zudrehte werde ich es den Franzosen am Freitag auch tun. Werde bis Ende Januar Heimaturlaub machen und euch danach von meinem Aufenthalt ausserhalb Frankreichs berichten. :)

Six Nights in Paris – Rétraite Jéricho à Tigery

“bienvenue” auf meiner Seite, auch im neuen Jahr.
Ich habe mein Jahr mit einem einwöchigen Exerzitium angefangen. Die Gemeinschaft, für die ich den Zivildienst ableiste lud mich mit meinen Zivikollegen Daniel und Dominik nämlich über Silvester nach Paris ein, zu einer Woche mit 200 Jugendlichen.


Das Gemeinschaftshaus (ehem. Schloss) in Paris-Tigery

Es sollte eine “spirituelle” Woche werden, das heißt morgens und mittags eine Andacht, vor dem Mittagessen eine Messe, den ganzen morgen bis nach dem Mittagessen Schweigen, und morgens christlicher Unterricht. Zudem ohne Laptop/Internet, ohne Fernsehen, zu Viert im Zimmer (2 Betten+2 Matratzen auf dem Boden) und ohne Bier. Sogar Silvester sollte ohne übermäßigen Alkohol und Feuerwerk stattfinden und über Mitternacht sollte es eine Messe geben.

Anfangs hatten wir – nachdem wir das Ganze vernahmen – ziemliche Bedenken vor der Woche.
Im Nachhinein war es war wirklich eine geniale Erfahrung und ich glaube eines der schönsten Silvester, welches ich bisher erleben durfte. Über Mitternacht hatten wir eine Messe mit 250 Personen. Von 23.45 Uhr bis 01.15 Uhr. Davor gab es ein großes Fest, bei dem auch ausgiebig getanzt wurde. Kurz vor Mitternacht war 3 Minuten “Silence”, dabei konnte man das vergangene Jahr nochmal in revue passieren lassen und danach wünschte man allen Leuten, die man in der unbestuhlten Kirche traf, ein gutes neues Jahr.


Die “Fête” am Silvesterabend

Ich war täglich in der Morgen- und Abendandacht, sowie mittags in der Messe. Jedesmal wurde gesungen mit Klavier-, Gitarren- und Violinenbegleitung.
Das erste Mal seit ich in Frankreich bin kam ich dazu ein Buch zu lesen (”Die Bären-Strategie” – Zeitmanagement), verbesserte meine Sprachkenntnisse, lernte jeden Nachmittag Rock-Tanzschritte und lernte vor allem zu verzichten.
Zudem machte ich äußerst nette Bekanntschaften, zum Beispiel zu Jugendlichen aus Burundi, Burkina Faso, Indien, Maurizius, Madagaskar, von der Reunion-Insel und natürlich von überall aus Frankreich. Auch wir Zivis haben einen guten Eindruck für Deutschland hinterlassen. :)
Für mich persönlich war diese Woche tatsächlich eine Bereicherung in jeglicher Hinsicht.

einen guten Rutsch ins neue Jahr

So, nun ist auch schon Weihnachten wieder rum. Ich war zuhause, von Freitag dem 22.12. bis am Dienstag den 26.12. Es war zwar sehr kurz aber dafür umso schöner. Es freute mich meine ganze Familie und meine Freunde wiederzusehen. Jeden Abend wurde gefeiert. :)

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1. Weihnachtsfeiertag in Tiefenstein

Am Freitag traf ich meine ehemalige Stufe in Waldshut im Lamm, am Samstag war Heilig Abend mit der Familie und danach die lang erwartete Kuhstall-Party in Tiengen. Am Sonntagabend verschlug es mich zusammen mit (auf dem Bild) Rolf, Didi, Benni und Ari ins neue “Schlossbergdancing” nach Tiefenstein.

Am Dienstagabend machte ich mich schon wieder auf den Weg nach Frankreich.
Ausser dass wir zur Zeit nur noch 80 statt 110 Kühe melken, da wir an unserem Milchkontingent-Limit sind gibt es von der Farm nichts Neues.

Morgen früh werde ich über Silvester für eine Woche nach Paris reisen. Wohnen werde ich zusammen mit meinen Zivikollegen und 200 Jugendlichen in einem Haus unserer Gemeinschaft. Bin ja mal gespannt, wie das abläuft. Achja, auf meinen Laptop werde ich in dieser Woche auch verzichten, …

Also, bis im nächsten Jahr. Allen meinen Blog-Lesern wünsche ich einen guten Start ins neue Jahr!

La fête de la Lumière + La fête de Clément

Am Freitagabend vergangener Woche stand die „Fête de la Lumiére“ (Lichterfest) in Lyon an. Das ist ein alljährliches Spektakel in Lyon, welches ca. 3 Mio Besucher anzieht. Sämtliche Gebäude sind mit Licht und Kerzen beschmückt, die Plätze und Sehenswürdigkeiten wurden bunt erleuchtet und jeweils passend dazu gab es auch Shows mit „Light & Sound“.

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Die Oper in prächtigem Farbenkleid

Wir starteten spätnachmittags und parkierten in einem Außenbezirk, um mit der Metro in die Innenstadt zu gelangen. (Bin das erste Mal mit der Metro in Lyon unterwegs gewesen) Danach trafen wir, Daniel, Dominik, Georg und ich uns mit den zwei anderen Zivis Manuel und Witold, welche ihren Dienst direkt in Lyon in einem Haus unserer Gemeinschaft ableisten.

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Die Basilika und ein Wasserfall hell erleuchtet

Ich musste vorzeitig verschwinden, dabei wurde ich von Dominik und Georg begleitet. Wir schauten uns nämlich das Fest zusammen mit mehreren französischen Studentinnen an. Da es teilweise in Strömen regnete und daher sämtliche Bars und Restaurants überfüllt waren, landeten wir schlussendlich in einer WG von zwei der sechs Studentinnen. Alles in allem war es ein sehr unterhaltsamer Abend, obwohl wir schon äußerst früh wieder zum Auto zurück mussten.

Am Samstagabend stand wieder Lyon auf dem Programm. Diesmal waren wir Zivis zum Geburtstag von Clément eingeladen. Clément wohnte bis heute (Sonntag, 17.12.) bei uns, da er hier ein zweimonatiges Praktikum ableistete. Ab Januar wird er für ein halbes Jahr in einem Haus unserer Gemeinschaft in Israel leben und arbeiten.
Seine Party, welche er zusammen mit einem Freund organisierte war klasse. Sie kam mir vor wie eine amerikanische Hausparty aus dem Fernsehen. Die Party fand im Erdgeschoss einer kleinen Villa statt. Das freistehende Haus mit den großen Grünflächen, welches sich zwischen riesigen Wohnblocks befand, beeindruckte mich. Das EG war total leergeräumt, ein DJ mit professionellem Equipment (1a-Licht- und Soundtechnik) war vor Ort und auf dem Parkettboden wurde getanzt was das Zeug hielt. Auch an dem Essensbuffet wurde nicht gespart. Die Party fand unter einem Motto statt, zu dem sich wirklich alle verkleideten.

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“ClemClem” und “Rock”

Wir lernten dort supernette Leute kennen, und waren beeindruckt von der Offenheit der Franzosen, vor allem der Französinnen. J Die kurioseste Begegnung war, dass ich eine junge Züricherin traf, deren Freund „Rock“ der Hausherr des Abends war und gleichzeitig Kumpel von Clément ist. Ihren Freund lernte sie im Sommer in Australien auf einer Sprachreise kennen. So jetzt wisst ihr Bescheid.

10.12.06 – OPERATION VIANDE

Über die vergangene Woche einschließlich dem Wochenende könnte ich euch einen halben Roman schreiben. Da ich euch das allerdings nicht zumuten möchte werde ich über Freitag- und Samstagabend erst kommendes Wochenende gesondert berichten.

… nach 8 Std Decke streichen :)

Diese Woche hatte ich wieder meine Farmwoche, wovon allerdings kein Tag regulär war. Montag hatte ich die Tagesschicht, da ich das Wochenende gearbeitet hatte. Meinen freien Dienstag hatte ich zusammen mit Georg. Diesen Tag nutzen wir für Shopping in Lyon. Abends lernten wir bei uns im Haus einen netten jungen Engländer kennen, mit dem wir uns bis zum frühen Morgen über diverse Themen und Getränke theoretisch und praktisch austauschten. Am Mittwoch musste ich morgens unsere Kälber versorgen und verbrachte den Rest des Tages mit Streichen im ehem. Schweinestall. Komischerweise bin ich der Einzige der dort ständig streicht, gipst, betoniert oder schleift. Das hat den Vorteil das ich nicht den Kuhstall von „m-Erde“ befreien muss. Ist mir ganz recht. Ausserdem habe ich dabei oft auch mehr oder weniger fähige französische Hilfskräfte, mit denen die Arbeit dann umso amüsanter ist.

Am Donnerstag und Freitag stand die Operation „Viande“ (Fleisch) an. Das Fleisch von unseren Tieren wird nämlich teilweise selbstvermarktet und bei uns, sowie bei anderen Häusern der Gemeinschaft an Kunden, welche vorbestellt haben, verkauft.


Clément und ich bei den armen Schweinchen

Jeweils um 5.30 Uhr fuhren wir mit einem gemieteten Kühl-LKW etwa 1,5 Std in das Juragebirge zum Schlachthof. Meine Aufgabe war es dort zusammen mit Farmchef Olli, Pascal, Daniel und Clément das Fleisch direkt 5 und 10 kg Boxen für die Endabnehmer zu sortieren. Glücklicherweise war Sämtliches eingeschweisst. So war es eine saubere Arbeit in einer sehr ungewohnten und kalten Umgebung. Ich kenne jetzt glaube ich die meisten verwertbaren Teile von Kühen und Kälbern, und weiß auch was die französische Küche bevorzugt. Dazwischen waren Delikatessen wie Kalbskopf, Fuß, Herz, Magen oder Zunge.


Was ein Zivi nicht so alles macht, …

Bei der Gelegenheit konnten wir dort sämtliche Arbeitsschritte der Zerlegung verfolgen. Nähere Details können „härtere Gemüter“ gerne bei mir erfragen. Ich stehe dann mit Wort und Bild zur Seite. J Nach der Betrachtung dieser Vorgänge bereue ich es jedenfalls nicht drei Jahre lang Vegetarier gewesen zu sein.
Von unserem Hofe verpackten wir am Donnerstag im Grunde eine Milchkuh und zwei Bullen, am Freitag waren es vier große Kälber. Ein großes Ereignis für mich war jeweils die Fahrt, wo ich jetzt sogar bei meinem Zivildienst endlich meinen LKW-Führerschein brauchen konnte.

Welch’ eine Freude, LKW-Fahren!

Ihr seid gefragt.

Es ist ja schon interessant hier im Hause soviele Leute aus verschiedenen Ländern (12 Nationalitäten), mit verschiedenen Ansichten zu treffen. Oft bemerkt man, dass es auch in Deutschland verschiedene Einschläge gibt.
Dominik und Daniel die Berliner, Georg aus Oberbayern und ich als Vertreter der Badenzer.

So geschah es heute beim Mittagessen, dass eine noch bis jetzt ungeklärte Frage auftauchte, welche wir daraufhin heftigst durchdiskutierten. Bitte schreibt mir als Kommentar auf diesen Beitrag, was ihr für richtig haltet.
Vermutlich habt ihr die gleiche Meinung wie ich, allerdings möchte ich niemanden beeinflussen, daher enthalte ich mich vorerst der “Abstimmung”.
Die weltbewegende Frage: “Wie lautet der Artikel von <Spezi>?” (Getränk)
Ist es der, die oder das? Wir 3 kamen auf 3 unterschiedliche Artikel. Auch das Internet konnte uns bisher nicht weiterhelfen, das Problem zu lösen. Also, daher seid ihr gefragt.

So, nun zu meinem Wochenende.
Mein Wochenende beginnt am Freitag, denn dies war mein freier Tag für die letzte Woche. Ich hatte das erste Mal Französischunterricht, bei einer eigens gesuchten Lehrerin. Es war nicht wirklich effektiv, aber mal ein guter Schritt in die richtige Richtung.
Nachmittags machte ich mein Auto “winterfit”, d.h. ich montierte die neuen Winterräder. Dafür wurde ich von sämtlichen Vorbeikommenden ausgelacht, da dies hier niemand machen würde. Ein Satz Räder reiche doch völlig aus. Mit dem Argument im Winter mehrmals nach Hause in den Schwarzwald zu fahren, konnte ich sie dann allerdings überzeugen.
Am Freitagabend schauten sich Clément, Daniel, Dominik, Georg und ich in Bourg-en-Bresse den neuen James Bond “Casino Royale” an. Leider verstanden alle ausser Clément nicht allzuviel, aber um was es ging war eindeutig zu erkennen. :)


Dominik, Georg und Rice

Am Samstag und heute arbeitete ich auf der Farm. Beginn, wie gewohnt um 05.30 Uhr mit Melken. Heute Nachmittag machte ich mit Dominik und Georg sowie unserem Farmhund “Rice” noch eine Erkundungstour übers Land und durch den Wald. Am kommenden Sonntag werde ich dann mal wieder von voraussichtlich 2-3 besonderen “Events” berichten können.

Mein Wochenende in der Königs-Abtei: “la vie affective”

Vergangenes Wochenende wurde ich zusammen mit Dominik und Georg in ein anderes Haus der Gemeinschaft eingeladen. Das Jugendwochenende mit 180 Jugendlichen im Alter von 18-30 fand in in der “Abbaye Royale d’Hautecombe” in der Nähe von Genf statt.


Abbaye Royale d’Hautecombe

Dies ist das Aushängeschild der Gemeinschaft, denn diese Abtei war früher als Savoyen noch italienisch war, ein Haus der italienischen Könige. Dementsprechend einzigartig ist die Lage der Abtei am größten See von Frankreich, dem Lac de Bourget. Die Ausstattung der Kirche, welche jährlich von 300.000 Personen besichtigt wird und die Deckenbemalungen im Haus können einem begeistern.
Wir Zivis durften sogar in den Turm (auf dem Gebäudebild vorne links), von welchem aus man eine fantastische Aussicht hat. Zudem waren wir auch im “Kaffeezimmer” der Königin, welches sich ganz oben im einsturzgefährdeten Turm befindet.

 


Blick aus der königlichen Kaffestube

Nun zum Wochenende. Das Thema war “La vie affective”, was soviel bedeutet wie “Das Gefühlsleben”.
Ist natürlich ein sppannendes Thema, wenn man dazu von einer katholischen Glaubensgemeinschaft eingeladen wird.
Wir hatten am Samstag nachmittag einen Vortrag von einem älteren Ehepaar über deren (Gefühls-)Leben, sowie auch von einem jungen, frisch verheirateten Ehepaar am Sonntagmorgen. Wir lernten auch einige Studenten aus Grenoble und Lyon kennen, welche in den jeweiligen Orten in Häusern der Gemeinschaft wohnen.
Das Samstagabend- sowie das Sonntagnachmittag-Programm haben wir uns zusammen mit den zwei Zivis aus Lyon und zwei Zivis aus Hautecombe noch etwas abwechlungsreicher gestaltet. Zudem trafen wir noch eine Freiburger Medizinstudentin, welche in Lyon gerade ein Auslandssemester macht.


Ein feuchtfröhlicher Samstagabend mit dem Edelbier “Top Budget”

Nachdem wir in Chambéry mit den Hautecomber Zivis am Sonntag Abendessen waren, machten wir uns wieder auf den Heimweg (100 km) und waren doch relativ zufrieden wieder zurück zu unserem Dienstort nach Dombes gehen zu können.
Trotz der Landwirtschaft geht es uns doch ganz gut, denn wir sind hier relativ frei und vor allem auch nah an der Zivilisation, im Gegensatz z.B. zu den Zivis in Hautecombe, welche lediglich stolz auf den See und das alte (unheimliche) Haus sein können.

20. November 2006 – nach alter Mönchs-Tradition

… nach meinem Farmwochenende, welches am Samstag und Sonntag jeweils um 5.30 Uhr mit Melken begann, melde ich mich mal wieder:

Letzte Woche musste ich ja bereits um 5.30 Uhr in unserer Confiserie sein. Pünktlich um 5.30 Uhr französischer Zeit (Deutsche Uhr: 5.37 Uhr) kam ich mit Iveta und Francois in der Confiserie an.
Narcisse hatte schon am Vortag alles vorbereitet. An diesem Tage stellten wir eine große Ration eines Trockenfleisch-Produktes her, wie es die Mönche bereits 1868 entwickelten.

 


Dieses Produkt ist geeignet zum Muskelaufbau und als Nahrungsergänzungsmittel. Vor allem für Sportler und ältere Menschen.

Meine Kollegen an diesem Tag:
- Narcisse – der Chef der Confiserie, 42 Jahre (sieht aus wie 29) ist gelernter Mikrobiologe und stammt aus dem Kongo
- Iveta (34 Jahre) ist Kinderärztin, kommt aus der Slovakei und macht hier einen Sprachkurs für 3 Monate
- Clément (20 Jahre) kommt aus Valence und ist Praktikant hier für 3 Monate
- Francois kennt ihr schon (unten – “Elektriker”)

Wir mussten uns weiße Mäntel anziehen, einen Papp-Hut, Diagnosehandschuhe und weiße Gummistiefel. Lange hielt das weiß allerdings nicht an, denn das “Trockenfleisch” ist ja bei der Verarbeitung noch nicht trocken. Aus einem großen Bottich mit Muskel-Fleisch (etwa 70 Kilo schwer) musste ich das tiefgefrorene blutige Fleisch entnehmen und es auf einen Tisch legen, wo Iveta die großen Stücke zerkleinerte, sodass Francois diese durch den Fleischwolf jagen konnte.
Es war allerdings nicht nur ein Bottich, sondern schlussendlich insgesamt Acht.
Iveta musste zwischendurch mal eine Pause einlegen, da es ihr dann doch etwas zuviel des Guten war. Ja, ihr denkt übrigens richtig, wir haben über eine halbe Tonne Rindfleisch durch den Fleischwolf gelassen. Sprich – so gut wie eine ganze Kuh, und das ganze in 2,5 Stunden.

 


v. l. n. r.: Iveta, Bottich, ich, Fleischwolf, Francois, Mixer

Währenddessen und danach mixten Narcisse und Clément (der französische 20 Minuten später kam) das Fleisch mit Zucker, Honig, Orangen- und Quittenmarmelade sowie einem Vitaminstoff. Es entstand eine dunkelbraune Masse die dann nachmittags von der zweiten Schicht in Formen gegossen wird und nach dem Trocknen etwa wie Lakritz aussieht.

Bereits bis zum Mittagessen kam ich schon auf 7,5 Arbeitsstunden. Auf Fleisch hatte ich dann nicht mehr wirklich Lust. Am Nachmittag strich ich die Türen unseres neuen Kälberstalls. Die kommenden zwei Tage werde ich damit verbringen dort Decke und Wände zu streichen werde (3 Anstriche – damit hochdruckreinigerfest).

14. November 2006 FRAT-Wochenende

Vorwort: Um zu verstehen, wer oder was eine „Frat“ ist empfiehlt es sich vor dem Lesen des heutigen Beitrages in der Navigationsleiste oben links den Punkt „Erwähnenswertes“ anzusehen.

Bevor wir am Freitag Abend zu unserem „Frat-Wochenende“ durchstarten konnten verstaute ich noch eine Kiste Rothaus-Bier im Kofferraum. Bis ich die Genehmigung hierzu erhielt mussten Dominik und ich erst noch Überzeugungsarbeit leisten, da die Anderen meinten eine Kiste Bier für ein Wochenende sei ja viel zu viel.

Nach 100 km und 1,5 Std Fahrt erreichten wir das Wochenend-Landhäuschen nahe Macon (Bourgogne). Freundlicherweise wurde uns dieses von einer Zahnarztfamilie zur Verfügung gestellt, welche hier bei der Gemeinschaft eine religiöse Weiterbildung macht.

 

 

 

Das alte Bauernhaus, welches liebevoll umgebaut wurde, bietet Schlafplätze für mehr als 20 Personen. Nachdem wir den Strom und die Heizung eingeschaltet hatten und auch das Feuer im Offenen Kamin entfacht war, kochte uns Pater Vincent noch ein zweites Abendessen. Italienisch natürlich – da er bereits drei Jahre in Rom gewohnt hat. Dazu gab’s original badisches Heimatwasser.


Vincent am Hauseingang
Am Samstag war Mittags wieder Vincent unser Koch (es gab leckere Puten-Schnitzel). Anschliessend wanderten wir bei leichtem Regen über zwei Stunden quer durch den Wald.

Nachdem Dominik uns ein brandenburgisches Abendessen (Kartoffelsuppe) bescherte, fuhren wir nach Taizé zur Abend-Andacht (40 km – 20.30 Uhr). Es war sehr beeindruckend, die vielen Jugendlichen beim gemeinsamen Beten zu sehen. Während wir nach Taizé fuhren, musste ich allerdings auch an meine Kollegen denken, die am 11.11. während dessen unsere 5. Jahreszeit, die Fasnacht, einläuteten.

Am Sonntag gab es noch einen weiteren „Highlight“. Vincent hielt nämlich mit uns die Sonntagsmesse im Wohnzimmer des Ferienhäuschens ab. Das war wirklich ein Erlebnis, eine Messe im Wohnzimmer am offenen Kamin nur 10 Personen. Vor allem war es auch viel persönlicher, weil man nach der Predigt noch selbst Erlebtes beitragen konnte.

Während ich das gerade schreibe merke ich auch, dass ich mit dem Französisch immer besser klarkomme. Hinter meinem Rücken hier im Computer- / Telefonzimmer telefonieren nämlich gerade Zwei – und ich verstehe nahezu alles.

Morgen werde ich mit Narcisse, Francois, Clément, und Iveta in der Confiserie (Süßwarenherstellung) sein. Das geht um 05h30 deutscher Uhr (wurde ausdrücklich gesagt) los.

Geile Aktion, Jungs !

Wie bereits angekündigt kam mein Bruder Manuel am Freitag spätabends vor unserer Abtei an. Er saß alleine im Auto – von seinem Freund Philipp keine Spur. Er meinte, Philipp stünde vorne an der Straße weil etwas passiert sei. Wir fuhren also dorthin – und – wer stand da? Ich konnte meinen Augen nicht trauen.
Meine Kumpels Markus und Sebi. Gerade die Beiden, Markus der vielbeschäftigte Autohändler und Sebi der ebenso ausgelastete BWL-Student.


Georg – Markus – ich – Manuel – Sebi

Glücklicherweise wurde mir meine Wochenend-Arbeit kurzfristig von Daniel abgenommen. So gingen wir am Freitag Abend dann noch nach Villars in die “Bar du Camping” zu Gérard.
Am Samstag gingen wir nach einer 2-stündigen Farmtour (die Zeit reichte nicht für alles) und nach dem anschliessenden Mittagessen zusammen mit Georg nach Lyon zur Basilika.
Diese ist wirklich sehenswert und der Ausblick über Lyon ist von dort aus gigantisch.
Danach besuchten wir den riesigen Super-Markt (einer der größten Europas). Allein an die 70 Kassen sind dort geöffnet.


“Die Partycrew”

Abends ging’s zurück in die Abtei und nach einem 5L-Fässchen Desperados landeten wir im “La Cle des Chants”. Eine super Discothek, in der an diesem Abend “Schnee-Party” war, mit 1m hohem Kunstschnee aus Styropor.
Nach einer kleinen Haustour am Sonntag und dem Mittagessen war dann auch fast schon wieder Zeit zum Abreisen für meine Besucher. Schön war’s – ich freue mich auf’s nächste Mal.

Über’s Wochenende werde ich mit meiner Frat-Gruppe einen Ausflug unternehmen. Reisebericht folgt nächste Woche.

ramasser des pommes avec les scouts

“Äpfel sammeln mit den Pfadfinder” lautet das Motto heute nachmittag.
Schon die ganze Woche rennen hier um unser Haus und im Wald 60-70 augenscheinlich verrückte Pfadfinder herum. Sie machen eine Ausbildung zum Gruppenleiter und sind im Alter von 21-24 Jahren. Heute mittag helfen uns 30 von Ihnen beim Äpfel sammeln. Werde sie dann mal interviewen was sie hier so genau treiben. Habe sie diese Woche schon morgens um halb 8 gesehen, wie sie oberkörperfrei bei 3°C Gymnastikübungen gemacht haben.
Seit ich hier bin (9 Wochen) werden schon Äpfel gepflückt. Ende nächster Woche sollte dann Schluss sein. Mittlerweile haben wir über 40 Tonnen Äpfel gesammelt. Etwa 25 to werden zu Apfelsaft, das ergibt ca. 13.000 L, bzw. genausoviele. Nicht schlecht.

Freue mich auf heute Abend denn dann kommen mein Bruder Manuel und Philipp Wolfer übers Wochenende zu Besuch. Das voraussichtlich sehr abwechslungsreiche Programm arbeite ich gerade aus. :)

01. November 2006 – Pünktlichkeit

Gestern Abend waren wir an einer Halloween-Party im Nachbarort Villars-les-Dombes (8 km). Schon lange hatten sich Georg und ich darauf gefreut. Glücklicherweise kam dann Dominik auch noch rechtzeitig gestern Abend von zuhause aus Brandenburg zurück. Daniel erbarmte sich als unser Hin-Fahrer und aus bestimmten Gründen hatten wir dann einen Riesenspaß mit den Franzosen in der Festhalle – und sie auch mit uns. Sehr verwundert waren wir, dass es bei diesem Fest keine Bargetränke gab. Zu Trinken gab es dort lediglich Bier aus Plastikbechern, Smirnoff und Cola/Fanta/Wasser. Zurück in die Abtei kamen wir gegen 4 Uhr glücklicherweise per Anhalter (ich hätte uns nicht mitgenommen). Glücklicherweise hatte ich heute meinen freien Tag, denn Dominik wurde um 6.30 Uhr unsanft geweckt, da er schon seit 5.30 Uhr beim Melken hätte sein sollen.

Heute Nachmittag gab es für die, die Lust hatten folgende “Angebote”
a) eine Wanderung für 1,5 Std oder
b) Fußballspielen

Ich entschied mich für b. Treffpunkt war um 14.30 Uhr. Da ich mich schon an die “französische Pünktlichkeit” angepasst habe kam ich um 14.55 Uhr. Die, die mich etwas kennen, wissen dass das kein Problem für mich dargestellt hat. Und – siehe da – ich war der Zweite. Der Erste war 5 Min vor mir da. Der Rest trudelte so nach und nach ein und um 15.25 Uhr waren wir schlussendlich 12 Personen auf dem Platz. Wir hatten Sonnenschein und konnten noch kurzärmlig spielen, obwohl es heute doch schon recht frisch ist. Für mich war die Speilzeit dann annähernd 2 Stunden und ich war froh, dass es dann langsam dämmerte, da 2 Std hin und her rennen doch etwas anstrengend sind.

á la porcherie (im Schweinestall)

Da meine Tätigkeiten, die ich unten aufgeführt habe zumeist die Gleichen sind, werde ich euch heute eben berichten, was ich so in den letzten Tagen gemacht habe.
Leider melde ich mich erst jetzt wieder, da ich krankheitshalber pausieren musste und auch fast eine Woche zuhause verbrachte. Zu allem Überfluss streikt mein Laptop zur Zeit auch noch.

Donnerstag – Kälber
Ich arbeitete mit, bzw. bei den Kälbern zusammen mit Dominik. Dadurch konnten wir effektiv arbeiten und auch bald den Feierabend mit einem Bierchen einläuten.

Freitag – Schweinestall
Normalerweise hätte ich am Freitag mit zum Schlachthof gesollt. Leider leider war ich aber am Mittwoch, als es um die Planung hierfür ging, körperlich noch nicht in der Verfassung dazu.
Kurzerhand wurde ich dann zum selbständigen Maurer ernannt. Ich verbrachte den ganzen Freittag alleine mit Radio, Beton und Werkzeug im ehemaligen Schweinestall, welcher ja zur neuen automatischen Kälberfütterungsanlage wird.
(Erinnerung: “Franz” war dort fürs Elektrische zuständig.)
Die Arbeit war in Ordnung, denn ich war mein eigener Chef (der Farmchef war beim Schlachthof) und machte meine Arbeit gewissenhaft, und sogar noch mehr als ich sollte.


Le Chef de la cuisine (Georg) mit seinem Helfer Gilbert

Auch Georg war sein eigener Chef “Chef de la cuisine”, sein Helfer war mein Freund Gilbert.Gilbert ist einer der coolsten Typen der Gemeinschaft. Umso lustiger war es für mich, dass die zwei am Freitag für etwa 60 Leute kochten.

Mittags gab’s Salat, mit Käse überbackene Nudeln und zum Nachtisch Fruchtsalat. Das haben sie überaschenderweise gut hinbekommen. Nachmittags war Georg allein in der Küche und gegen Abend meinte er, dass wir doch bitte Abends in den Nachbarort zu Kamil fahren sollen, um dort nen Kebap zu essen. Schon witzig wenn der Koch sein Werk nicht essen möchte. :) Das haben wir schließlich dann auch gemacht. Danach kehrten wir noch in der “Bar du Camping” bei Gérard ein.

Samstag – Lyon
Nach einem verschlafenen Samstagmorgen bin ich mit Daniel nach Lyon zum Einkaufen gefahren. Unter Anderem gab’s neue Mäntel für mein Fahrrad.

Sonntag – Fußball
Nachmittags spielte ich mit den Studenten und ein paar Kindern aus dem Haus draußen Fußball. Wir hatten ein riesiges Feld abgesteckt und ich konnte mein Vokabular um einige Schimpfwörter ausweiten.

Montag – Carréfour
Ich war wiedermal beim Carréfour in Lyon um mit dem Kühltransporter Essen für uns zu holen. Wir hatten schlussendlich einen total überfüllten Transporter und Lebensmittel im Wert von über 3000,- EUR.
Täglich (Mo-Sa) fährt ein Transporter der Gemeinschaft den Carréfour in Paris und in Lyon an. Vermutlich werde ich beim nächsten Mal mit einigen Bildern ausführlicher darüber berichten.

Dienstag – La férme
Heute bin ich auf der Farm stationiert, obwohl ich gerade meine “Semaine de la maison” (Hauswoche)  habe. Dienstag ist halt ein besonderer Tag, wie ich schonmal berichtet habe.
Ich versorge die Kälber und es ist eigentlich ganz relaxed, denn der Farmchef ist diese Woche im Urlaub. Das ist auch gut so, denn jetzt ist niemand da, der ständig grundlos rumstresst und/oder was zu Meckern hat. Leider zehre ich nur heute und kommendes Wochenende davon.

Nachtleben von Lyon und Francois

Heute (Freitag) ist mein freier Tag für diese Woche. Ich war daher bereits gestern Abend mit Georg in Lyon in einer Discothek. Die Preise waren horrend (z.B. Cola 0,2L für 7,- EUR), aber die Aufmachung sehr gut. Leider hatten wir uns die falsche Location im Internet ausgesucht, weil wir heute Bilder von anderen Events mit deutlich mehr Publikum betrachten konnten.
Nach dem Mittagessen sind wir heute gleich wieder nach Lyon durchgestartet um einzukaufen. Auch zum Heimfahren wählten wir den falschen Zeitpunkt, denn wir brauchten im Feierabendverkehr volle 2 Stunden. Normalerweise sind es 35-40 Minuten.

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Georg und ich im Abendoutfit, mit Franz und seiner Bibel

Unbedingt muss ich euch heute noch meinen Zimmernachbarn Francois vorstellen. Wir nennen unseren witzigen französischen Zeitgenossen „Franz“. Wie ich ist er 22 Jahre alt und ist ebenso für ein Jahr hier. Franz möchte Priester werden, daher hat ihm sein Bischof – welcher ihn für etwas zu unerfahren hielt – auferlegt ein Jahr hier mit der Gemeinschaft zu verbringen, was ihm auch nicht schadet. :)
Am Donnerstag hatte Franz seinen ersten richtigen Arbeitstag auf der Farm. Diesmal kam er nicht mit beiger Hose und hellem Pulli an, sondern zog -nachdem ich ihm es empfohlen hatte- von vorneherein schon einen Overall und Gummistiefel an, zu seinem Glück.
Ich musste wieder mit dem Kärcher-Hochdruckreiniger in dem Raum für die Fütterungsanlage arbeiten. Als ich mit dem Gerät zu Franz kam fragte er mich, was das für ein Gerät sei. Ich fragte ihn daraufhin, ob er noch nie ein Auto gewaschen habe – Nein. Für mich war das echt nicht vorstellbar, dass man nicht weiß was ein Hochdruckreiniger ist. Aber das war erst der Anfang eines äußerst lustigen Arbeitstages.

Franz sollte nämlich, damit die Wand bei der Fütterungsanlage zum Streichen vorbereitet werden kann, zwei neu installierte Lichtschalter (nur von der Wand weg) schrauben. Mit großer Motivation nahm er die zwei Schalter allerdings total auseinander.
Zu erwähnen ist, dass er dazu einen unisolierten Schraubenzieher benutzte und die Sicherung nicht entfernt war. So bekam der Todesmutige währenddessen fünf Stromschläge. Allerdings fielen diese dank der Gummistiefel etwas schwächer aus. Ich glaube ich habe schon lange nicht mehr so lange gelacht, wie an diesem Tag.

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Der “begabte Elektriker” Franz

Zweite Oktoberwoche – à la férme

 

Übers Wochenende waren meine Eltern das erste Mal hier zu Besuch.
Sie waren sehr erstaunt über das riesige, schwer überschaubare Anwesen. Am Sonntag besuchten wir dann ein nahegelegenes mittelalerliches Dorf namens Pérouges, welches sich in Originalzustand befindet und wirklich sehenswert ist.

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das mittelalterliche Pérouges

Heute habe ich den Saal für die zweite vollautomatische Fütterungsanlage fertig gemacht zum Anstrich. Musste mit dem Kärcher-Dampfstahler die alte Kalkfarbe von den Wänden lösen. Danach sah ich dementsprechend aus.

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ich mit dem “Gärsche” wie die Franzosen sagen

Ansonsten arbeite ich diese Woche auf der Farm und begleite das Versorgen der Kälber, welche ich schon morgen und am Wochenende eigenverantwortlich machen werden muss. Wir haben etwa 70 größere und kleinere Kälber. Die großen Kälber werden etwa zur Hälfte automatisch mit einer computergesteuerten Fütterungsanlage versorgt. Die Jungen müssen allerdings morgens und abends “von Hand” gefüttert werden, das heißt auch mit Nuckelflasche.
Nächste Woche werde ich euch berichten, wie ich alleine so mit den Kälbern klarkam.

DIENSTAG – Der Tag des Schweigens

Heute ist mal wieder Dienstag, der Schweigetag in der Abtei.
Man schweigt bis nach dem Mittagessen.

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Es soll ein Tag zum Besinnen sein, deshalb wird geschwiegen und verhält sich bei allem äußerst ruhig, bis nach dem Mittagessen.
Die Zivis sind glücklicherweise nicht ans Schweigen gebunden, müssen aber trotzdem ruhig sein.
Wir vergessen daher grundsätzlich, dass es Dienstag ist und merken es spätestens dann, wenn wir auf dem Gang aufgefordert werden, uns ruhig zu verhalten.

Nach dem Weg durch den Gang steht das Frühstück an. Mit den Zivi-Kollegen frühstücken und dabei schweigen – das ist wirklich eine harte Übung für uns. Naja, die von der Gemeinschaft lachen teilweise selbst darüber, wenn sie beispielsweise nichtmal fragen können, ob man Ihnen die Marmelade reicht.

Auch das Mittagessen ist besonders:
Zum Mittagessen gibt es in der Regel Suppe und Reis. Dass das einem Zivi nach der anstrengenden Farmarbeit nicht gerade mundet, haben mittlerweile auch die Franzosen verstanden. Nachdem wir uns letztens in nicht überhörbarer Lautstärke selbst Schnitzel und Pizza zubereiteten während die Anderen nebenan im Speisesaal schweigend aßen, werden wir jetzt und in Zukunft in einem separaten Zimmer essen dürfen/müssen. Dort essen wir wann und wie lange wir möchten und sind somit gut eine Stunde früher mit dem Essen fertig. Obendrein gibt es extra für uns auch noch etwas “Herzhaftes”. Keine schlechte Sache. :)

Erste Oktoberwoche – à la maison

Am Wochenende musste ich arbeiten.
Nichts Neues, 5.25 Uhr aufstehen, 5.35 Melken, 8.45 Frühstück, 9.15 Farmarbeit, 12.50 Mittagessen und danach Schlaf nachholen, 16.30 Uhr melken diverse Arbeiten bis 19.30 Uhr, danach Abendessen und dann bald wieder schlafen, weil am nächsten Tag dasselbige bevorsteht. So kommt man am Samstag beispielsweise locker auf über 10 reine Arbeitsstunden und äußerst wenig Freizeit.
Glücklicherweise arbeite ich ja nur jedes 3. Wochenende und auch nur jede 2. Woche auf der Farm.
So habe ich diese Woche meine Hauswoche, welche am Donnerstag auch schon enden wird, da ich am Freitag meinen freien Tag habe.

Am Montag wurden Daniel und ich mit der vertrauensvollen Aufgabe belegt, Edelkastanien zu sammeln (auch “Marroni” genannt). Leider war ich etwas zu langsam für den Selbstauslöser. :)


Daniel und ich im Garten

Am Sonntag verabschiedeten meinen Zimmernachbarn Emmanuel. Für ihn opferte ich gerne meine “eiserne Rothaus-Reserve”, denn er würdigt diesen edlen Tropfen. Meine Vorgänger Philipp und Oliver aus dem Rothauser-Land hatten ihn damit bereits vertraut gemacht. Genauso vertraut sind ihm sämtliche deutsche Fußballsprüche, welche wirklich lustig anzuhören sind, mit seinem französischen Akzent.

Heute war ich mit einem LKW in Lyon um Lebensmittel beim größten Super-Markt für das Haus in Marseille zu holen. Echt verrückt, welche Ausmaße der Supermarkt hat. Es gibt dort auch einen großen Mc Donalds und zB einen Autowaschservice. Während man einkauft wird das Auto geputzt. Genaueres werde ich berichten, nachdem ich das nächste Mal dort gewesen bin.

Freitag, 29.09.2006 Betonmischer auf Französisch

Heute haben wir am zweiten “DAL” weitergebaut. Das ist die automatische Kälber-Fütterungsanlage. Eine gibt es bereits für bis zu 40 Kälber. Während dem Betonieren habe ich mich tatsächlich nach dem heimischen Betonmischer gesehnt.
Die französische Ausführung ist im Folgenden zu betrachten: Großer Haufen Kies, Zement drauf, Wasser dazu und mit der Schaufel untereinander machen.


Pascal, Francois und Daniel beim Beton mischen

Es war sehr interessant den “Städtern” Daniel und Francois beim Betonieren zuzusehen. Mein Vorgesetzer, der Farmchef Oliviér staunte nicht schlecht als er sah, wie ich den Beton am Boden verarbeitete und überlies mir spontan die verantwortungsvolle Aufgabe den Boden zu glätten, was er bis zu diesem Zeitpunkt partout selbst machen wollte. Er meinte, das wäre sehr professionell, “Trauvaux allemande” (Deutsche Qualitätsarbeit).

Nach dem Mittagessen hatte ich zwei Stunden frei, welche ich bei dem herrlichen Wetter nutzte um mit Dominik eine Fahrradtour zu machen.
Ich testete dabei mein eigens importiertes deutsches Fahrrad. Das Fahrrad ist schon wieder fast Luxus hier, denn technisch ist alles einwandfrei und 18 Gänge hat es zudem. Fahrradfahren ist sehr schön hier, denn man kann – wenn man die richtige Route wählt- beinahe autofrei auf flacher Ebene und bei schöner Aussicht das Radeln genießen.


Mit dem Fahrrad vor einem der vielen umliegenden Teiche

Mittwoch, 27.09.2006 La Fraternité

Heute musste ich zum ersten Mal in die sogenannte “Fraternité” (kurz: “Frat”, zu Deutsch “Brüderlichkeit”). Alle Personen welche ständig im Kloster wohnen (ca. 35 Erwachsene + 19 Kinder) wurden in 6 Fraternités eingeteilt.

Mein Frat-Verantwortlicher ist Pfarrer Vincent, der ist total in Ordnung. Gegessen wird bei Familien, so essen wir bei der Familie Garnier (leider nicht die vom Shampoo). Veroniqué und Pascal haben acht Kinder, dort geht es dementsprechend lebhaft zu. Man isst zweimal Nachmittags und einmal Abends mit der Frat.
Am Mittwoch Abend hat man noch das Frat-Treffen.

Wirklich Lust darauf hatte ich heute Abend nicht, denn ich bin seit 5 Uhr wach und arbeitete beinahe den ganzen Tag.
Zuerst haben wir zusammen ein Lied gesungen und danach erzählte jeder, was ihm gerade auf dem Herzen liegt.
Keiner unterbricht einem beim Sprechen, man ist völlig frei und kann seinen Sorgen freien Lauf lassen.
Naja, ich habe die Zeit sinnvoll genutzt und während die Anderen ihr Herz ausschütteten schrieb ich mir Vokabeln aus dem Wörterbuch in mein kleines Heft. Vor dem heutigen Abend hatte ich innerhalb von 5 Wochen ganze 8 Seiten zusammenbekommen, jetzt habe ich 12. So ein Abend ist also ganz praktisch, um die Sprache zu lernen. :)

Montag, 25.09.2006 Die Rückkehr

Am Donnerstag machte ich mich auf um mal wieder in der Heimat vorbeizuschauen.
Dieses Mal fuhr ich alles über Frankreich nach Deutschland. Für diesen Spaß durfte ich schmerzhaft 21,- EUR Autobahngebühr an die Franzosen abdrücken. Wenn ich über die Schweiz und Genf fahre, komme ich mit 10,- EUR Maut davon.

Am Freitag hatte ich meine Surianer-Taufe in Tiengen. Ich bin jetzt offiziell einer von 21 Bürgern der Surianergemeinde Tiengen. Um euch Fragen nach dem Tauf-Ritual zu ersparen: “Schön war’s”.

Am Samstag konnte ich am Erntedankfest in Tiengen viele Bekannte treffen und wurde oft gefragt, wann ich überhaupt nach Frankreich gehe, wieso ich hier bin oder wie es dort so sei .

Nachdem ich dann am Sonntag gegen 21 Uhr meinen Weg nach Frankreich aufnahm kam ich um 01.30 Uhr hier an, und mich begrüßte folgender Zettel:

Womit dann auch die Frage geklärt war ob ich um 5 Uhr aufstehen muss, oder oder nicht.
Nach drei Stunden Schlaf machte ich mich auf die Beine, um in einen neuen verregneten Arbeitstag zu starten.
Als ich mit Pascal einen Wassertrog auf einer Weide säuberte fand ich nicht nur einen Rinder-Zahn und eine Gabel der Pfadfinder sondern auch das erste Mal in meinem Leben selbst ein vierblättriges Kleeblatt.

Mittwoch, 20.09.2006 Pommes + les reglements

„Ein Leben in einer christlichen Gemeinschaft bedarf gewissen Regeln, welche einzuhalten sind“, hieß es zu uns und so hatten wir heute morgen bis nach dem Mittagessen eine Informationsveranstaltung, in welcher uns unsere Obliegenheiten nähergebracht wurden.

Ein paar interessante Facts:
- 1x täglich ist in einen von 3 Gottesdiensten zu gehen
- Dienstags hat man zu Schweigen (Näheres am folgenden Dienstag)
- nicht oberkörperfrei zur Dusche laufen, man könnte einer Frau begegnen
- Frauenbesuch auf dem Zimmer ist untersagt, es sei denn die Türe zum Flur ist geöffnet
- um 22.30 Uhr muss jeder in seinem eigenen Zimmer sein
- kein Internet nach 23 Uhr, nur mit ausdrücklicher Erlaubnis
- Kein Alkohol auf dem Zimmer
- Alkoholkonsum ist nur am Wochenende gestattet, es sei denn man frägt einen Verantwortlichen ausdrücklich um Erlaubnis

Nach der ausführlichen Besprechung bei der auch die Farmarbeitszeiten diskutiert wurden war ich draußen, beim Pommes sammeln. Wir sammelten heute 1,3 to.
“Les Pommes“ sind übrigens Äpfel auf Deutsch.

Das war’s von mir für diese Woche, denn morgen fahre ich Richtung Heimat und werde erst am Sonntag zurückkehren.

Dienstag, 19.09.2006 L’ensilage

Heute haben wir siliert. Das heißt gehäckselter Mais (Futter für die Milchkühe) wurde in ein Silo verfrachtet.
Resultat nach 11 Arbeitsstunden (von halb 9 bis halb 9 ; 1 Std Mittagspause): ca. 1000 m³ Silage und ein Sonnenbrand.
Das Wetter war heute wirklich genial, 4 Traktoren mit Anhänger brachten die Silage zum Silo, ein fünfter Traktor verteilte das Material mit einem Schneeschild und mit einem Sechsten wurde die Silage plattgewalzt.


Drei Traktoren auf dem Maisfeld, im Hintergrund die Abtei

Georg und ich standen den ganzen Tag in der Sonne und verteilten in die Silage ein Schutzmittel gegen Schimmelbildung.
Zwischendurch bin ich auch einmal mit dem Mähdrescher mitgefahren. War eine sehr interessante Erfahrung, wie der den Mais weghäckselt und die Anhänger in kürzester Zeit füllt.
Nebenbei erfuhr ich, dass die Abtei im Gesamten ca. 60 ha Mais hat und das ganze Feld von heute für die nächsten drei Jahre ein Fischteich wird, bevor wieder Agrikulturen angepflanzt werden. Hier gibt es lauter so Teiche, die regelmäßig abgelassen werden, um die Fische zu sammeln. Das nächste Mal am 29. November, bin schon gespannt darauf.

Mais ohne Ende
Große und flache Felder, sehr ungewohnt für einen Schwarzwälder

Als das Silo gegen 19.30 Uhr endlich voll war bekamen wir noch Hilfe aus der Abtei, um es mit Reifen abzudecken. Über die Reifen kam noch ein “Fischernetz”, welches vor Vögeln schützen soll, die die Folie aufpicken könnten, sodass Wasser eindringen kann.


Ein Teil der “Reifen-Equipe” (16 Personen)

Montag, 18.09.2006 Ein sonniger Montag

Mittlerweile bin ich schon die vierte Woche bei den Franzosen – die Zeit vergeht wie im Flug.
Obwohl ich gleich schon nach den ersten Tagen meinte, Sämtliches auf diesem riesigen Areal ausgekundschaftet zu haben, finde ich jeden Tag neue interessante Räumlichkeiten.

Heute habe ich mir den Mönchsweinkeller (bestückt) genauer angeschaut. Die neuesten Wein- und Sektflaschen sind von 2001, das war das Jahr in dem die Mönche das Kloster verließen. Auch auf den Dachböden gibt es unglaubliche Sachen zu entdecken, könnte mich stundenlang dort aufhalten.

Ich arbeitete heute auf der Verger (Obstplantage), zusammen mit René, Christoph und Evelyn. War wirklich schön, eine Arbeit ohne Zeitdruck bei strahlendem Sonnenschein. Ich konnte zudem noch einen genialen Sonnenuntergang festhalten. Im Winter soll der Sonnenaufgang, sowie der Untergang noch viel schöner aussehen. Der Priester Vinzent hat uns letzte Woche gesagt, dass wir hier im Winter das „französische Sibirien“ erleben dürfen. Das kann ja heiter werden.

Sonnenuntergang, Mo 19.09.06  19.40 Uhr
Blick aus der Abtei über die Apfelplantagen zum Eingangstor

Mit den drei Zivis unternehme ich ständig etwas. Fast zu oft, denn mit dem Französisch sprechen habe ich noch meine Schwierigkeiten. Das Hörverständnis hat sich aber schon sehr verbessert.


Daniel und Dominik mit einem kleinen Vogel ?!

Gestern war nochmal Tag der Offenen Tür bei uns, endlich war mal was los hier. Mehr als 1000 Besucher konnten gestern gezählt werden. Wir Zivis haben uns in Bourg-en-Bresse ein altes Kloster angeschaut, durch welches der Ursprung der Stadt war.


Ein uralter Mogul-Traktor vor unserer Abtei

Morgen steht die Silage an, mal sehen was ich davon berichten kann.

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