Une semaine à „Belle Île en mer“

Vom 11. bis 18. Juni verbrachte ich eine wunderbare Ferienwoche auf „Belle Île en mer“. Um euch kurz zu erklären, wo sich diese (für die Meisten) unbekannte Insel befindet habe ich euch eine kleine Skizze beigefügt.

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Reise von Rassbach nach Belle Île

Belle Ile (8400 ha) liegt im Atlantik und ist die größte Insel der Bretagne, mit 17 km Länge und 5-9 km km Breite. Die Insel ist sehr dünn besiedelt und beherbergt etwa 5000 Einwohner.
Das Inselinnere ist geprägt von Heideland, Äckern und Getreidefeldern. Die Insel ist vor allem eine landschaftliche Attraktion, denn im Norden und Nordosten findet man geschützte Badebuchten, im Süden und Nordwesten steil abfallende Küsten mit Felsnadeln, Grotten und Aussichtspunkten.

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Über meinen abenteuerreichen Insel-Aufenthalt könnte ich ein halbes Buch schreiben, habe aber versucht den Bericht so kurz wie möglich zu halten.
Ich wohnte während dieser Woche bei Anne und Bertrand. Ein französisches Ehepaar, welches ich in unserem Kloster kennengelernt habe. In den Monaten Januar/Februar waren sie bei uns im Hause zum Mithelfen.

Montag – Anreise
Mein Reisetag begann am Montagmorgen um 4.00 Uhr mit dem Weckerklingeln. Um 5.15 Uhr traf ich mich in Tiengen mit Zara, welche sich freundlicherweise bereitstellte mich zum Flughafen Basel-Mulhouse zu chauffieren.
Einwandfrei dort angekommen ging dann mein Air France-Inlandsflug mit 10 min Verspätung um 8.40 Uhr nach Paris. Nach einer Stunde Flugzeit erhielt ich gegen 10 Uhr mein Gepäck und wartete daraufhin draussen auf einen Bus, welcher mich zum Bahnhof Montparnasse bringen sollte. Dort hatte ich um 12.30 Uhr ein Rendez-Vouz mit Anne.
Eigentlich sollte alle 15 min ein Bus ankommen – nach 40 min kam dann auch einer. Als ich einsteigen wollte, wurde ich aber verwiesen, da der Fahrer plötzlich nur noch Leute wollte, die schon ein Ticket hatten. Ok-Ich hab ja noch Zeit. Nach 10 min kam der nächste Bus.

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Grêve des conducteurs du bus

Dessen Fahrer machte alle Wartenden darauf aufmerksam, dass es wohl nen Busfahrer-Streik gäbe. Vive la France! So stellte ich mich dann in die 150 m lange Menschenschlange um auf ein Taxi zu warten. Nach 25 min konnte ich einsteigen und war gerade pünktlich um 11.27 Uhr am Bahnhof.
Nachdem ich Anne ziemlich schnell fand ging unser TGV um 12 Uhr nach Nantes. Von dort aus mit einem anderen Zug nach Aurey. Nun fehlten uns noch etwa 15 km zum Hafen in Quiberon. Da der Bus dorthin aber direkt abfuhr, bevor wir ankamen – machte es Anne nicht kompliziert und fragte bei einem abfahrenden Auto uns mitzunehmen. Bis zu einem Kreisverkehr Richtung Hafenstadt nahm uns dieses mit und keine Minute später hielt das nächste Auto für uns an – direkt bis an den Hafen.

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mit Anne vor der Fähre in Quiberon

Um 17.15 Uhr legte unsere Fähre ab in Richtung Belle Île, wo wir um 18 Uhr in den Hafen der (Haupt-) Stadt Le Palais („der Palast“) einliefen. Auch dort fragte Anne gleich ein die Fähre verlassendes Auto uns zu ihr nach Hause zu bringen – 10 min später waren wir endlich da!

Bertrand war sehr erfreut mich zu sehen und zeigte mir als erstes mit seinem „Prärieauto“ (Peugeot 205) gleich das 23 ha große Areal rund um sein Haus. Er raste durch meterhohes Gras – wo sogar mir etwas Angst wurde, dass da evtl. Steine oder Tiere zwischendrin sind.
Zum Abendessen gab es dann gleich (wie auf einer Insel üblich) Meerestiere, welche ….

Dienstag – La Pêche
… ich am Dienstag mit Bertrands Vater Mickey (80) auch fangen ging. Zum Fischen nahmen wir Mickeys Boot, welches im Hafen von Le Palais liegt. Begleitet wurden wir von Mickeys Freund Henry. Henry wohnt in einem Fort an einer Steilküste, das unter Napoleon III erbaut wurde.

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Mickey und Henry

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unser Fang am Dienstag

Später zeigten mir Anne und Bertrand noch verschiedene Sandstrände – wirklich traumhaft!

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Bertrand und Anne

Mittwoch – Taxi Jaune
Gleich am nächsten Tag konnte ich Mickey und Henry wieder zum Fischen begleiten. Unsere Ausbeute war etwas geringer als am Vortag aber trotzdem ganz nett. Ich musste mit Hilfe des Navigationssystems das Boot zu den einzelnen Punkten steuern, wo Mickey die Fangkisten für die Meerestiere ins Wasser gelassen hatte.
Als wir ablegen wollten war aufgrund der Gezeiten noch Niedrigwasser. Nie hätte ich gedacht, dass wir bereits nach 20 min Warten schon wieder los könnten, aber das Wasser steigt tatsächlich sehr schnell. (Zum Bild: Der schwimmende Steg ist normalerweise etwa 1m unter der Straßenkante)

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Mickeys Boot (vorne rechts) bei Niedrigwasser

Abends musste ich mit Bertrand seine knapp 20 Schafe ins Trockene holen, damit sie über Nacht nicht nass wurden. Am Donnerstagmorgen sollten sie nämlich geschoren werden. Mit seinem Prärieauto raste Bertrand wie ein Hirtenhund den Schafen hinterher um sie in Richtung Unterkunft zu bewegen. Bis auf Eines kamen alle auf eigenem Fuße dort an. Das Schaf, welches nicht wollte holten wir mit dem gelben Taxi.

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Schaf-Taxi

Donnerstag – La tond des moutons
Heute stand Schafe scheren auf dem Programm. Pünktlich um 11 Uhr kam der „Tondeur des Moutons“ um Bertrands Schäfchen zu scheren. Ein Bauer aus der Nachbarschaft half uns noch dabei. Meine Arbeit war die Schafe hinzusetzen (Hinterbeine wegziehen) damit sie beim Scherer bleiben. Sie waren dann auch wirklich geduldig.

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Ein Schaf beim Friseur

Bevor der Scherer kam begannen wir bereits Bertrands Segelboot flott zu machen. Nachmittags fuhren wir dann mit dem Jeep zur Hafenmeisterei in Le Palais um es per Kran ins Wasser zu lassen.

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Das Segelboot wird gewässert

Nachdem wir endlich den Mast aufgebaut hatten konnten wir dann in Richtung unserer Anlege-Boje in einer Bucht segeln. Anne holte uns dort mit einem Motor-Schlauchboot ab. Es war eine todesmutige Aktion, denn sie musste vom Strand bis zu uns fahren, ohne je einmal einen solchen Motor betätigt zu haben, …

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Anne auf dem Motorboot ohne zu wissen, wie man es anhält

Freitag – La painture et les moules

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Tagsüber haben wir diverse Sachen am Haus gestrichen, Abends wurde ich dann nach Sauzon zum Essen eingeladen. Das ist ein kleiner, aber sehr bekannter Fischerort auf der Insel. Wie so üblich isst man dort etwas aus dem Meer. Ich entschied mich für Miesmuscheln als Vorspeise und Seezunge („sole“) zum Hauptgang. Die Seezunge (hatten wir am Dienstag auch gefangen) war super, die Riesenportion Miesmuscheln war überraschenderweise auch sehr gut. Meine waren zum Glück gekocht und à la maison (mit Tomaten) gemacht. Bertrand aß Muscheln die kalt waren, nach Salzwasser schmeckten und beim Beträufeln mit Zitrone noch zusammenzuckten! Ich probierte immerhin Eine.

Samstag – La Barque
Am Samstag richteten wir die Barke her, welche wir nachmittags mit dem Jeep direkt am Strand ins Wasser liessen.

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Beim Wässern der Nussschale

Anschliessend gingen wir nochmal auf Tour mit dem Segelboot. Das Wetter war optimal dazu.

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Abends feierte ich mit 14 Medizinstudenten aus Rennes im Haus von Anne und Bertrand. Sie hatten einen Teil ihres Hauses kurzfristig an die Gruppe vermietet, welche übers Wochenende ihre überstandenen Examen feierten. Alle Männer (10) hatten sich als Frauen verkleidet und die Frauen noch etwas weiblicher als sonst.

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„La Soirée des Puts“

Sonntag – La Citadelle
Am Sonntag besuchte ich mit Bertrand „La Citadelle“, eine enorme, sternförmige Festungsanlage in Le Palais. War wirklich beeindruckend. Sehr interessant war auch das zufällige Gespräch mit dem Geschäftsführer einer Hotelkette, welche gerade dabei ist diese Festung mit exklusiven Hotelzimmern zu bestücken.

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Blick auf einen Teil des Hafens von Palais

Von der Zitadelle hat man einen Rundum-Blick in den Hafen. Dort sahen wir Mickey rausfahren (unterhalb des Leuchtturms) mit seinen Kumpels zum Fischen. Als wir unseren Rundgang beendet hatten trafen wir die „Jungs“ per Zufall am Hafen und sagten nicht Nein zu einem kleinen Bierchen.

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Montag – Le départ
Ruckzuck war die Woche vorbei und mein Wecker klingelte um fünf Uhr. Um 6.30 Uhr ging die Fähre zurück auf den Kontinent (Das Festland nenne man auf Belle Ile „Le Continent“) . Der Abschied von Anne und Bertrand fiel mir nicht leicht (genausowenig wie Ihnen), denn die Woche war wirklich super!

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Sonnenaufgang um 06.33 Uhr

Meine Reise ging mit einiger Wartezeit dann über Rennes und Lyon zurück zum Kloster. In Lyon traf ich Probezivi Max aus Stuttgart am Bahnsteig, welcher mit dem selben Zug in unseren Nachbarort zu uns wollte. Um 19 Uhr war ich pünktlich zum Abendessen wieder hinter heiligen Mauern. Und am nächsten Morgen um 5.30 Uhr bei den Kühen.

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