Unsere Gemeinschaft lebt fast ausschließlich von Spenden, in finanzieller als auch materieller Hinsicht. So kommt beispielsweise unser Essen größtenteils von einem großen frz Supermarkt. Wie ich bereits im Blog erwähnte musste auch ich schon mehr oder weniger regelmäßig den Transporter beim besagten Markt beladen.

Manu und der „Spenden“-Transporter in Hautecombe
Als Manuel bei mir war, hatten wir einen solchen Tag, den ich euch im Folgenden nun mal kurz schildern werde.
8.45 Uhr Abfahrt in Dombes
9.20 Uhr Ankunft in Pothierès (Gemeinschaft-Haus im Beaujolais)

„Les Pothierès“ (ehem. Wein-Gutshaus)
10.00 Uhr Abfahrt nach Lyon mit Jan (Gemeinschafts-Bruder)
10.25 Ankunft hinter Supermarkt & Einladen des Transporters

Manu mit ein paar Paletten Gemüse
Wir bekommen sämtliche Waren, welche an oder selten über dem Haltbarkeitsdatum sind. So vor allem Lebensmittel wie Obst und Gemüse, aber auch Ware mit beschädigter Packung, Auslaufmodelle, Rückgabeware, etc. Unter den „Dons“ (Spenden) sind hin und wieder auch Elektrogeräte wie DVD-Player, Kühlschränke, Mikrowellen, Fernseher; Kleidung wie Lederjacken, Stiefel, Hemden; Anderes wie Schränke, Pflanzen, Kinderwägen, Hundefutter, … alles was wir nicht mitnehmen können kommt in die (Müll-) Presse.

Bruder Jan mit Meerestier kurz vor dessen „Abgang“
Die Gemeinschaft lädt jeden Wochentag einen Transporter in Paris oder Lyon der entweder zu uns oder in ein anderes Haus geht, welcher jeweils etwa einen „Warenwert“ von 2500-3500,- EUR hat.

Etwa 200 warme Baguettes, die etwas zu lange im Ofen waren
Es ist beeindruckend, welche Massen an Resten sich bei einem solchen Supermarkt ansammeln. (Dieser Markt in Lyon ist einer der größten dieser Kette in Europa und hat zB 70 Kassen und mehr als 4500 Autoparkplätze)
Anfangs fiel es mir nicht leicht, die Waren die wir nicht wollten, bzw. mitnehmen konnten zur Müllpresse zu schieben. Mülltonnenweise Brote, Gebäck, Gemüse oder gar noch lebendige Meerestiere mit Einzelpreisen um die 40-70 EUR.

vollbeladener Transporter vor dem Ausladen
12.20 Uhr nachdem der Transporter nun vollgeladen ist fahren wir zu der 2 Std entfernten „Abbaye Royale d’Hautecombe“, einem Gemeinschaftshaus von dem ich an Ostern berichtete
Während der Transporter ausgeladen wurde machen dort eine Audio-Kirchen-Besichtigung und tranken einen Kaffee im Restaurant.
18.15 Uhr Rückgabe des Transporters in Pothierès
19 Uhr Ankunft in Dombes
Ein langer Arbeitstag, aber sehr beeindruckend für Manu, denn er lernte an einem Tag gleich zwei neue Gemeinschaftshäuser kennen.