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Auf den Spuren von Le Corbusier

Le Corbusier (1885-1965) war ein großer französisch-schweizer Architekt, welcher die Moderne Architektur prägte. Vor allem in Frankreich verwirklichte er Einiges. Gesehen hat ihn schon jeder – auf dem gelben 10,- SFR-Schein.

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der TGV-Bahnhof am Flughafen Saint Exupéry Lyon
hier mit Lili, Albert und Inge

Am vergangenen Freitag bekam ich Besuch von meinem Surianergötti Kurt R e c k e r m a n n mit seiner Familie und seinem Freund Albert S e i p p in Begleitung seiner Frau Inge. Zusammen waren sie auf Besichtigungs-Tour mehrerer Objekte Corbusiers. Obwohl mein Kloster nicht zu dessen Werken gehört, schauten sie auch bei mir vorbei, nachdem sie mich ganz in meiner Nähe in ein kleines aber feines Restaurant zum Essen eingeladen hatten.

Gemeinsam machten wir einen Rundgang durch und um unser Haus und die Farm. Anschliessend besichtigten wir den modernen TGV-Bahnhof von Lyon, von welchem ich bis dahin nicht einmal gehört hatte. Architekt dieses Bahnhofs ist der spanisch-schweizerische Santiago Calatrava Valls. Abends gab es für die Mädels einen Rundgang durch Lyon „by night“. Reiseführer waren der Oberbayer Georg, Manuel – der Lyon-Zivi aus Franken, Dominik aus Brandenburg und meine Wenigkeit.

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Zara, Dominik, Manuel, ich, Georg und Lili im Ayers Rock, Lyon

Am Samstag begleitete ich die Besucher zum Hauptziel ihrer Reise : zum Dominikanerkloster „LA TOURETTE“ nordwestlich von Lyon – designed by „Le Corbusier“ in den 50er Jahren. Wenn man von einem Kloster spricht denkt man immer gleich an etwas Historisches, bzw. Konservatives.

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Das Kloster „La Tourette“

La Tourette sollte und soll zeigen, dass der christliche Glaube auch mit moderner Architektur vereinbar ist. Um dieses Gebäude zu lieben bedarf es einen bestimmten Geschmacks, aber man findet auch schöne und praktische Seiten an diesem Kloster. Alles in allem war es ein sehr angenehmes Wochenende für mich, bei dem ich soviel lachen konnte wie schon lange nicht mehr – denn wir waren echt eine lustige Truppe.

„bosser au chantier“

Mein freies Wochenende, welches ich zuhause verbringen konnte ist leider schon wieder rum.
Nun lautet das Motto für diese Woche: „Auf der Baustelle schuften“.
Am Mittwoch kommt nämlich der Beton-LKW (ja, wir müssen ausnahmsweise keinen Beton von Hand anmischen). Davor muss natürlich alles vorbereitet werden und so arbeitete ich heute beispielsweise den ganzen Morgen mit dem Abbruchhammer.

 


Schweisstreibende Arbeit

Den Betonboden beim großen Kuhstall kaputtmachen und ausheben, damit ein dort eine neuer Absatz für die Fütterung entstehen kann. War sehr schweißtreibend – aber es hat Spaß gemacht.

Ende der Woche kommen meine ersten Besucher für dieses Jahr – darauf und auf den Genfer Automobilsalon freue ich mich.

20. November 2006 – nach alter Mönchs-Tradition

… nach meinem Farmwochenende, welches am Samstag und Sonntag jeweils um 5.30 Uhr mit Melken begann, melde ich mich mal wieder:

Letzte Woche musste ich ja bereits um 5.30 Uhr in unserer Confiserie sein. Pünktlich um 5.30 Uhr französischer Zeit (Deutsche Uhr: 5.37 Uhr) kam ich mit Iveta und Francois in der Confiserie an.
Narcisse hatte schon am Vortag alles vorbereitet. An diesem Tage stellten wir eine große Ration eines Trockenfleisch-Produktes her, wie es die Mönche bereits 1868 entwickelten.

 


Dieses Produkt ist geeignet zum Muskelaufbau und als Nahrungsergänzungsmittel. Vor allem für Sportler und ältere Menschen.

Meine Kollegen an diesem Tag:
- Narcisse – der Chef der Confiserie, 42 Jahre (sieht aus wie 29) ist gelernter Mikrobiologe und stammt aus dem Kongo
- Iveta (34 Jahre) ist Kinderärztin, kommt aus der Slovakei und macht hier einen Sprachkurs für 3 Monate
- Clément (20 Jahre) kommt aus Valence und ist Praktikant hier für 3 Monate
- Francois kennt ihr schon (unten – „Elektriker“)

Wir mussten uns weiße Mäntel anziehen, einen Papp-Hut, Diagnosehandschuhe und weiße Gummistiefel. Lange hielt das weiß allerdings nicht an, denn das „Trockenfleisch“ ist ja bei der Verarbeitung noch nicht trocken. Aus einem großen Bottich mit Muskel-Fleisch (etwa 70 Kilo schwer) musste ich das tiefgefrorene blutige Fleisch entnehmen und es auf einen Tisch legen, wo Iveta die großen Stücke zerkleinerte, sodass Francois diese durch den Fleischwolf jagen konnte.
Es war allerdings nicht nur ein Bottich, sondern schlussendlich insgesamt Acht.
Iveta musste zwischendurch mal eine Pause einlegen, da es ihr dann doch etwas zuviel des Guten war. Ja, ihr denkt übrigens richtig, wir haben über eine halbe Tonne Rindfleisch durch den Fleischwolf gelassen. Sprich – so gut wie eine ganze Kuh, und das ganze in 2,5 Stunden.

 


v. l. n. r.: Iveta, Bottich, ich, Fleischwolf, Francois, Mixer

Währenddessen und danach mixten Narcisse und Clément (der französische 20 Minuten später kam) das Fleisch mit Zucker, Honig, Orangen- und Quittenmarmelade sowie einem Vitaminstoff. Es entstand eine dunkelbraune Masse die dann nachmittags von der zweiten Schicht in Formen gegossen wird und nach dem Trocknen etwa wie Lakritz aussieht.

Bereits bis zum Mittagessen kam ich schon auf 7,5 Arbeitsstunden. Auf Fleisch hatte ich dann nicht mehr wirklich Lust. Am Nachmittag strich ich die Türen unseres neuen Kälberstalls. Die kommenden zwei Tage werde ich damit verbringen dort Decke und Wände zu streichen werde (3 Anstriche – damit hochdruckreinigerfest).

DIENSTAG – Der Tag des Schweigens

Heute ist mal wieder Dienstag, der Schweigetag in der Abtei.
Man schweigt bis nach dem Mittagessen.

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Es soll ein Tag zum Besinnen sein, deshalb wird geschwiegen und verhält sich bei allem äußerst ruhig, bis nach dem Mittagessen.
Die Zivis sind glücklicherweise nicht ans Schweigen gebunden, müssen aber trotzdem ruhig sein.
Wir vergessen daher grundsätzlich, dass es Dienstag ist und merken es spätestens dann, wenn wir auf dem Gang aufgefordert werden, uns ruhig zu verhalten.

Nach dem Weg durch den Gang steht das Frühstück an. Mit den Zivi-Kollegen frühstücken und dabei schweigen – das ist wirklich eine harte Übung für uns. Naja, die von der Gemeinschaft lachen teilweise selbst darüber, wenn sie beispielsweise nichtmal fragen können, ob man Ihnen die Marmelade reicht.

Auch das Mittagessen ist besonders:
Zum Mittagessen gibt es in der Regel Suppe und Reis. Dass das einem Zivi nach der anstrengenden Farmarbeit nicht gerade mundet, haben mittlerweile auch die Franzosen verstanden. Nachdem wir uns letztens in nicht überhörbarer Lautstärke selbst Schnitzel und Pizza zubereiteten während die Anderen nebenan im Speisesaal schweigend aßen, werden wir jetzt und in Zukunft in einem separaten Zimmer essen dürfen/müssen. Dort essen wir wann und wie lange wir möchten und sind somit gut eine Stunde früher mit dem Essen fertig. Obendrein gibt es extra für uns auch noch etwas „Herzhaftes“. Keine schlechte Sache. :)